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Posts Tagged ‘Bewusstheit’

„Das Herz kennt den Weg“ – ist der Untertitel meines Blogs. Und tatsächlich, unser spirituelles Herz weiß immer, was gut und richtig ist. Es ist der Ort, an dem wir vollkommen verbunden sind mit unserem wahren Selbst und mit Allem-was-ist. Es ist das Zentrum unserer aufrichtigen Liebe, des Mitgefühls, der Freude, Wertschätzung und Dankbarkeit. Ein Leben, das sich aus dem Herzen heraus entfaltet, ist ein Gebet, ein Segen und ein Quell der nie versiegenden Inspiration und Schönheit.

Mein Herzensweg, so fühle ich es immer mehr, ist es, genau diese Freude, Kreativität, Lebendigkeit und Liebe in die Welt zu bringen. Nicht zu heilen, sondern zu ermutigen – nicht zu analysieren, sondern zu befreien – nicht einzulullen, sondern bewusst zu machen – nicht etwas hinzuzugeben, sondern das Falsche weg zu nehmen. Die Menschen zu erinnern an das, was sie in ihrer Essenz sind, und sie unablässig zu ermutigen, ihre einzigartige Farbe und Melodie in die Welt zu bringen. Diese Erde ist – auch wenn es oft nicht den Anschein hat – gut und richtig so wie sie ist, und dennoch haben wir alle die Möglichkeit, sie ein wenig liebevoller, bewusster und heiler zu hinterlassen als wir sie vorgefunden haben. Oder eigentlich ist es nicht DIE Welt, die heiler wird, sondern unsere ureigene Welt, unser Sein und unsere Wirk-lich(t)-keit, die sich verwandelt, je mehr wir unser Herzenslicht verströmen und Liebe leben. Und dazu braucht es nicht mehr, als der Stille des Herzens zu lauschen und der Spur der Freude und Liebe zu folgen. Der Friede in uns entscheidet über den Frieden in der Welt!

In unserem Herzen finden wir die Antworten auf all unsere Fragen, die Lösungen für alle Herausforderungen, und Heilungsimpulse für alle Leiden. Doch Unsicherheit und Zweifel sind oft viel größer als unser Vertrauen in die innere Weisheit. So oft höre ich die Frage: „Wie weiß ich denn, ob es tatsächlich mein Herz ist, das zu mir spricht, und nicht mein Ego oder mein analytischer Verstand?“ Die Frage zeigt nur, wie weit wir uns von unserem Herzen entfernt haben, wie nüchtern wir geworden sind, wie sehr wir uns selbst verleugnet und verraten haben und in was für einer oberflächlichen und oft lieblosen Welt wir uns bewegen. Doch es ist nie zu spät, den Weg in unser Herz zu finden. Mit so vielen Menschen habe ich Herzöffnungsrituale und –meditationen gemacht, und keinem einzigen ist der Zugang je verwehrt geblieben. Wer auch immer du bist, was auch immer du getan hast, was auch immer dir passiert ist, dein Herz heißt dich zu jeder Zeit Willkommen und schenkt dir Trost, Weisheit und Ausrichtung. Es bedarf einzig und allein der Stille, denn die Stimme unseres Herzens ist leise, sanft, subtil.

Wenn du einmal die Stimme deines Herzens vernommen hast, dann wirst du sie niemals mehr verwechseln können. Für mich hat die Botschaft des Herzens ein paar wenige Charakteristika, an denen ich sie unzweifelhaft erkenne:

  1. Die Stimme des Herzens ist immer positiv, klar, bestärkend und liebevoll. Niemals wird ein Funke der Angst, des Zweifels oder der Verurteilung mitschwingen.
  2. Die Botschaft ist einfach. Dein Herz braucht keine spirituellen Konzepte, keinen philosophischen Überbau und keine Wissenschaft. Alles was wahrhaftig und aufrichtig ist, ist einfach. Um das Leben und die Liebe zu verstehen, brauchen wir kein Wissen. Im Gegenteil, je mehr Wissen und Konzepte wir loslassen, umso besser.

Doch das absolut wichtigste Erkennungsmerkmal für mich:

  1. Die Stimme des Herzens ist immer herausfordernd. Das Herz wird uns nicht einlullen, es wird unser Ego – zumindest zeitweise – vom Thron stoßen und uns Demut, Hingabe und Aufrichtigkeit (vor allem uns selbst gegenüber!) lehren. Wenn du es dir bequem machen willst, in deiner Komfortzone bleiben und Recht haben willst, dann solltest du dem Herzen lieber fern bleiben. Wenn du aber mit ihm in Kontakt kommst, dann ist das wie eine transformierende und kraftvolle Begegnung mit einem echten Anam Cara, einem Seelengefährten: Alle Verblendung, Selbstverrat, Urteilen und Projizieren wird dir mit voller Kraft gespiegelt – aber eben auch in tiefer Liebe und Annahme.

Close up hand of statue Buddha.buddhism concept

Das spirituelle Herz ist unser Motor des Erwachens und der Bewusstheit. Da wo wir uns selbst verurteilen, nimmt es uns tröstend und nährend in den Arm, wie eine große Mutter. Wo wir unsicher und im Zweifel sind, trägt es uns und ist uns ein helles Licht. Wo wir unser wahres Wesen verleugnen und in die Irre gehen, ermutigt es uns, zu uns selbst zu stehen. Wo wir aus der Liebe und Einheit herausfallen, rückt es unsere Sicht wieder zurecht.

Noch NIE habe ich von meinem Herzen keine Antwort bekommen. Aber ich habe oft unbequeme Antworten bekommen. Antworten und Wege, die ich oft genug nicht befolgen konnte. Die Angst, die Bequemlichkeit oder der Stolz waren zu groß. Aber das Herz nimmt uns das nicht übel. Die große Weisheit in uns ist sich zu jeder Zeit gewiss: Wenn wir diese Chance nicht nutzen, wird es eine neue geben. Die Lektionen wiederholen sich in unterschiedlichem Gewand – bis wir sie lernen. Das Leben hat Zeit. Es eilt nicht. Unser Herz ebnet uns allen den Weg nach Hause. Wie lange das dauert, ist vollkommen egal.

Der Weg ist das Ziel – und das im wörtlichsten Sinne. Wir sind bereits zu Hause. Auf dem Weg zu sein ist eine Illusion des Ego. Es geht einzig und allein darum, wie entschlossen wir sind, diese Illusion los zu lassen – und damit alles, was wir glauben zu sein, zu haben, zu wissen oder erreichen zu müssen. Ist das nicht wunderbar: Du erlebst dich als das Ego, das kämpft, das von der übrigen Schöpfung getrennt ist, das in der Dualität lebt, das sich in den Grenzen von Zeit und Raum bewegt – und gleichzeitig BIST du das ewig Seiende, die unendliche Weisheit, ein allumfassendes Wesen ohne Grenzen. Reines Bewusstsein. Dein Herz kann dir eine Ahnung davon vermitteln, wann immer du dich mit ihm verbindest!

Ich möchte dir gern zwei Möglichkeiten aufzeigen, mit der Weisheit deines Herzens in Kontakt zu kommen:

  1. Wann immer du dich verstrickt hast, mit dem Rücken zur Wand stehst oder kein Licht im Dunkel mehr siehst, frage dich:

    Was würde die Liebe tun?

    Geh in die Stille und lass die Antwort aus deinem Herzen aufsteigen. Ich kann dir versprechen, sie wird herausfordernd sein! Und dann werde zum mutigen Krieger des Lichts und lebe deine Herzensweisheit. Und wenn du es nicht kannst, dann bitte dein Herz um Trost und Heilung. Wie gesagt, das Leben hat Zeit. Dein Herz wird dich niemals verurteilen. Also solltest du das auch nicht tun. Erkenne an, dass Menschsein oft hart und schwierig ist. Erkenne an, dass Emotionen eine ungeheure Macht haben, erkenne an, dass du noch nicht in jedem Moment die Entscheidung für die Liebe und für die Weisheit treffen kannst. Überhaupt eine Ahnung zu haben, wie die Dinge in Wirklichkeit sind, macht dich schon so reich und strahlend. Du musst es noch nicht immer umsetzen können. Mitgefühl ist eine der innersten Herzensqualitäten. Mach sie dir auch selbst zum Geschenk!

  1. Durchflute dich so oft wie möglich mit Herzensenergie

    Nimm dir 10 Minuten Zeit und zieh dich in die Stille zurück. Such dir eine bequeme Position, am besten im Sitzen auf einem Stuhl oder im Meditationssitz. Verbinde dich zunächst ganz tief mit deinem Atem und lass alle Gedanken und Sorgen los. Und dann begib dich mit deiner ganzen Aufmerksamkeit in dein Herzzentrum in der Mitte der Brust. Wenn du magst, kannst du eine Hand hier hinlegen, um deinen Fokus besser zu halten. Jetzt stell dir vor, wie du durch dein Herz ein- und ausatmest. Sei ganz eins mit deinem Herzen. Und dann aktiviere eine Herzensenergie: Liebe, Dankbarkeit, Mitgefühl, Freude oder Wertschätzung – wähle das Gefühl, zu dem du im Moment den besten Zugang findest. Und dann lass dich in deinem ganzen Sein von dieser Energie durchdringen. Nimm sie wahr mit jeder Faser, so intensiv wie möglich. Spüre, wie sich dein Herzensraum immer weiter ausdehnt, bis du dieses Herzensgefühl nicht mehr nur spürst, sondern selbst dazu geworden bist. Verweile so lange du willst in dieser Stille und Geborgenheit.

Das elektromagnetische Feld des Herzens ist bis zu 5000 Mal stärker als das des Gehirns. Es sendet in jeder Sekunde unzählige Signale, die die Organ- und Zelltätigkeit im ganzen Körper steuern, und die unser Denken und Fühlen – und auch das unserer Umwelt – beeinflussen. Je mehr du also in deinem Herzen und aus deiner Herzensfreude heraus lebst, umso heiler und freier wirst du, und umso mehr wirst du ein Fels sein für andere!

Mein Herz schenkte mir einmal einen wunderbaren, zutiefst wachen Augenblick, den ich kaum in Worte fassen kann: Ich war in einer innigen Umarmung und Herzensverbindung mit meinem Mann und ganz in diesen Moment eingetaucht. Meine Gedanken standen still, die Zeit stand still, und es war in diesem Moment nur eine einzige Wahrnehmung da: Ich wusste, dass ich lebe, und dies war das einzig Wirkliche, was ich mit absoluter Sicherheit behaupten konnte. Wenngleich diese Erkenntnis banal scheinen mag, empfand ich sie in diesem Moment so radikal und revolutionär, und fühlte mich von Euphorie durchflutet. Ich war Leben – nicht mehr und nicht weniger! Ich wusste, dass es in der absoluten Präsenz keine Krankheit, keinen Tod, kein Leid und keinen Mangel gibt. Dann gibt es nur Leben, das sich Sekunde um Sekunde immer wieder erneuert und sich selbst feiert in seiner Vielfalt und Vollkommenheit. Leben, das immer Leben bleibt, auch wenn sich die Form wandelt, ja sogar, wenn die Form nicht mehr da ist. Es ist gleichzeitig jede Form und keine. Das wirklich seltsame in dieser Situation war, dass es tatsächlich keine sinnliche Wahrnehmung war, die mir versicherte, dass ich lebte, sondern dass mein Körper, mein Geist und meine Seele einfach nur von der ewigen Natur des Seins durchdrungen waren.

Es war die ganze Welt in diesem winzigen Augenblick.

Unser Herz hält so viele Geheimnisse für uns bereit. Wir müssen uns nur trauen, auf Entdeckungsreise zu gehen, um dann mutig ein ums andere Mal unsere innere Wahrheit auszudrücken. Das verlangt viel Größe, denn es bedeutet, unser inneres Kind immer wieder tröstend in den Arm zu nehmen, die eigenen Schmerzen und Verletzungen nach und nach loszulassen, uns, unseren Mitmenschen und dem Leben zu vergeben, unser Licht und unsere Macht anzuerkennen, den Mut zu finden, umzukehren oder die Richtung zu ändern, …. – und dann immer wieder Frieden, Liebe und Einheit zu wählen statt in der Angst, der Trennung und im Rechthaben zu verharren. Das ist, was diese turbulenten Zeiten von uns fordern!

Dir, die/der du diese Zeilen liest, möchte ich für deinen Herzensweg einen lieben Freund an die Seite stellen: den Kolibri. Im Schamanismus gilt dieser winzige, schillernde Vogel als Bote des Herzens, der Liebe und der Lebensfreude. Er hilft dir, dich mit deiner inneren Weisheit zu verbinden und immer wieder die Liebe und die Lebendigkeit zu wählen. Und er heilt dein Herz, wenn du meinst, es sei zerbrochen und verletzt. Lass mich dir eines mit tiefster Überzeugung sagen: in deinem Herzen gibt es einen Raum, der unverletzlich ist, der hell leuchtend, einem Diamanten gleich, niemals zerstört oder auch nur angeknackst werden kann. Das, was du als verletztes oder gar gebrochenes Herz bezeichnest, ist in Wahrheit dein Ego, dessen Mäntelchen der Liebe von selbstkreierten Motten durchlöchert ist: Erwartungen, Narzissmus, Enttäuschungen (die im eigentlichen Wortsinne etwas ganz Wunderbares sind: Ent-täuschungen, also das Ende von (Selbst-)täuschungen!), Ängste, Projektionen, Anhaftung etc. Trauere nicht länger, sondern sei dankbar für all die Erlebnisse, die die derbe Textur deines Egos aufgebrochen haben. Jeder Riss, jedes Loch, jede Wunde ist die Chance, in dein leuchtendes Inneres vorzudringen und deine wahre Essenz zu entdecken.

So lautet denn auch die – meiner Meinung nach – wichtigste Botschaft des Herzens: „Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen…!“

Vielleicht magst du mir schreiben, welche Weisheiten du in deinem Herzen schon gefunden hast, wie eine Verletzung deines „Ego-Herzens“ dir Zutritt zu deinem wahren spirituellen Herzen verschafft hat, oder mit welcher Methode du am besten Zugang zu deiner inneren Weisheit bekommst? Ich freue mich sehr, von dir zu hören!

Lokah samastah sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein!

Von Herz zu Herz,
Deine Christine Samira

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Nach langer Zeit nun endlich mal wieder eine Nachricht von mir. Es ist gerade viel in Bewegung, im Umbruch, in Heilung – daher war ich ein wenig im Rückzug und viel mit mir selbst beschäftigt. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr genießt die Herbstsonne… 😉

Ich möchte euch gern mitteilen, dass ich seit sechs Wochen vegan lebe und mich besser fühle als je zuvor! Nachdem ich schon ca. elf Jahre lang Vegetarierin bin (mit der Ausnahme, dass ich ab und zu noch Fisch gegessen habe), habe ich nun endlich den Schritt zur Veganerin vollzogen. Schon lange hatte ich damit geliebäugelt und Freunde bewundert, die es „geschafft“ hatten, aber aus mehreren Gründen hatte ich mich immer wieder davor gedrückt. Zum einen konnte ich als Käseliebhaberin mir ein Leben ohne Käse nur schwer vorstellen, und zum anderen hatte ich Angst davor, mich durch mein „anderes“ Essverhalten sozial auszugrenzen und mit Familie, Freunden, Bekannten anzuecken. Und natürlich war auch ein sehr großer Teil Bequemlichkeit dabei, der mich bisher daran gehindert hat, diese Ernährung konsequent umzusetzen.

Letztendlich hat mich mein eigener Körper in die richtige Richtung gelenkt. Ich war dieses Jahr wahnsinnig viel krank – langwierige Erkältungen, Eiterungen, Entzündungen… selbst mit den besten Naturarzneien, Heilpflanzen und Nahrungsergänzungen bin ich dem Übel nicht mehr Herr geworden. Während ich schon Jahre kaum mehr Milch trinke, war mein Käsekonsum in den letzten Monaten wieder extrem angestiegen. Intuitiv wusste ich, dass mich das krank machte. Milch und Käse schwächen durch ihre Eiweißstruktur das Immunsystem und „verschlacken“ die Lymphe. Außerdem habe ich bei einem Blick in mein feinstoffliches System und in meine Seele einen deutlichen Konflikt gespürt: einen Wahrhaftigkeitskonflikt. Fast täglich rate ich in meiner Praxis Patienten davon ab, Milch und Milchprodukte zu sich zu nehmen. Ich erkläre ihnen, welche schädlichen Auswirkungen diese Produkte haben und was sie damit für einen Medikamenten-, Hormon-, Fett- und Eiweißmix zu sich nehmen. Ganz wesentlich bedingt vom Weglassen von Milch und (v.a. Kuhmilch-)Käse habe ich in der Praxis schon viele Wunder erleben dürfen: Neurodermitis und andere Hautkrankheiten heilen ab, Kinder mit Asthma, obstruktiver Bronchitis, chronischer Mittelohrentzündung und Dauerinfekten werden rasend schnell gesund, Unterleibszysten verschwinden, Allergien und entzündliche Darmerkrankungen bessern sich, usw. Ja, meinen Patienten gab ich immer wieder diesen Rat mit auf den Weg, und selbst hatte ich gegen besseres Wissen wieder regelmäßig und in relativ großen Mengen Käse gegessen. Solche Wahrhaftigkeitskonflikte sind nicht zu unterschätzen, die Seele kann damit auf Dauer nur schwer umgehen! Als mir der Zusammenhang zwischen Körper und Seele bewusst wurde, habe ich von heute auf morgen die Entscheidung getroffen, mich fortan vegan zu ernähren. Und ich sage euch: es lebt sich sooooo gut ohne Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier, Butter, Sahne und Co.! Und meine Symptome sind seither weg!

Meine eigene Gesundheit ist dabei aber nur ein kleiner Teil meiner Motivation – sozusagen der letzte A…-tritt den ich brauchte. Viel bedeutender als die Gesundheit eines einzelnen ist die globale Tragweite. Mit dem Verzehr von tierischen Produkten tragen wir aktiv zum Leid unserer tierischen Mitgeschöpfe und zur Zerstörung der Umwelt bei (Stichwort: CO2-Ausstoß, Abholzung der Regenwälder für riesige Sojamonokulturen, Vertreibung der indigenen Landbevölkerung in Lateinamerika, hoher Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, extremer Wasserverbrauch in der Tiermast, Verseuchung des Grundwassers durch riesige Güllemengen, Überfischung der Weltmeere mit Ausrottung vieler Arten usw.). Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit dem Konsum von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern unserem Körper nicht nur tote Materie, Leichengifte, sowie einen unüberschaubaren Mix aus Hormonen, Giften und Medikamenten zuführen, sondern uns auch feinstofflich die Energie des Leids, des Schmerzes, der Verzweiflung, der Depression, des Missbrauchs, der Aggression, der Angst und des Todes einverleiben.

Leider haben unsere „Nutztiere“ (schrecklicher Ausdruck), die auf dem Teller landen, keine Lobby. Wie heißt es so schön in Orwells „Farm der Tiere“: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen.“ Wir kuscheln und schmusen mit Hunden und Katzen, würden nie dulden, dass unser Pferd zu Salami verarbeitet wird, und empören uns, wenn in anderen Kulturen Hunde, Affen oder Meerschweinchen gegessen werden (wobei es uns hier auch vor immer weniger graut. So hat es mich fast geschüttelt, als ich kürzlich auf einem chinesischen Büffet Krokodil-, Känguruh-, Frosch-, Hai- und ich weiß nicht was alles für exotisches Fleisch gesehen habe). Aber Schweinen, Kälbern, Hühnern, Fischen, Ziegen oder Garnelen sprechen wir anscheinend jegliche Seele und Empfindsamkeit und Intelligenz ab. WARUM? Warum können wir mit diesen Tieren kein Mitgefühl empfinden und sie schützen? WARUM müssen diese Tiere leiden, während wir für unseren Waldi alles tun würden?

Vielen ist heutzutage glaube ich auch der Zusammenhang zwischen Essenszufuhr und Körperaufbau überhaupt nicht mehr klar. Wir essen nicht nur, um unseren knurrenden Magen zu füllen oder unsere Gelüste zu befriedigen. Wir verleiben uns mit dem Essen etwas ein, machen es uns zu eigen und formen unseren Körper daraus neu. Das ist Transformation in Reinform, eigentlich ein Akt der Liebe (Wie wenn du mit deinem Partner im Sex verschmilzt und aus zwei eins wird): Wir nehmen etwas Fremdes von außen auf, wandeln es um und machen es zu unserm eigenen Selbst. Das was dabei herauskommt, kann nur so gut sein, wie das, was wir rein geben. Mit tierischen Produkten verleiben wir uns Tod, Angst, Stress, Depression, Krieg und (Auto-)Aggression ein. Es fällt alles auf uns zurück! Überlege dir, woraus du deinen Körper immer wieder neu erschaffen willst und welche Energie dein Sein, dein Fühlen und Denken, durchströmen soll. Erkennst du die spirituelle Dimension der Ernährung?

Ich spüre die Auswirkungen meiner veränderten Ernährung nicht nur daran, dass sich mein Körper gerade deutlich entgiftet und verjüngt und ich mich wacher und energiegeladener fühle, sondern dass sich auch in meinem feinstofflichen Körper vieles verändert. Die Stimme meines Herzens wird immer deutlicher, ich bin fast pausenlos in einem Zustand der Inspiration, der „Eingebung“ und der Kommunikation mit meiner inneren Quelle, und die Chakren werden klarer und dehnen sich aus. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, warum ich je anders gegessen habe, warum ich nicht schon vor Jahren angefangen habe, mich vegan zu ernähren. Allein das Gefühl, zu wissen, dass wegen mir (zumindest schon mal für mein Essen) kein einziges Tier mehr leiden und sterben muss, beflügelt mich regelrecht. Mittlerweile habe ich auch schon Einladungen und Partys hinter mir, und es war kein Problem. Alle waren so lieb, irgendwelche tierfreien Sachen anzubieten, und es hat mich nicht mehr als ein Lächeln gekostet, Käse, Desserts und sogar Schwarzwälder Kirschtorte (für die ich früher gestorben wäre!) links liegen zu lassen.

Wir dürfen nicht aufhören, uns mit den unerträglichen Bildern aus europäischen Schlachthöfen, mit dem Leid der Hühner und Milchkühe, mit der Unterdrückung, Ausbeutung und dem Schmerz der ärmsten Menschen, die unter unserer Gier nach Fleisch leiden müssen, zu konfrontieren. Wir müssen dem Grauen in die Augen schauen und uns im tiefsten Inneren berühren und das Leid in unser Herz lassen, um unser Verhalten zu ändern. Ich habe mir in den letzten Wochen auf youtube nochmal geballt so manches grausame Video „reingezogen“. Das erleichtert eine klare Entscheidung wirklich ungemein. Schau dir dieses Leid an, von dem du ein Teil bist. Und wenn du dann noch weiter tierische Produkte essen willst, dann halte dich zumindest zurück mit Bekundungen deiner Liebe zum Menschen, zu Tieren und zu Mutter Erde. Das ist nicht ehrlich. Wenn dir die zerstörerische Tragweite des Konsums von tierischen Produkten bewusst wird, dann hast du keine Wahl, wenn du dich für die Liebe entscheiden willst. Liebst du die Welt und die Vielfalt der Arten, die Meere, Flüsse und Seen, die Wälder und Wiesen, und liegt dir etwas an ihrem Erhalt? Betrachtest du Tiere als deine Freunde und göttlichen Mitgeschöpfe? Liegt dir etwas an den Kindern dieser Welt und einer lebenswerten Zukunft? Hältst du dich für spirituell und gehst du davon aus, dass alles göttlich und beseelt ist, dass alles eins ist? Träumst du von einer Erde, auf der niemand mehr Hunger leiden muss und in der die Menschen gesund und in Frieden alt werden können? Dann hast du keine Wahl! Mir ist bewusst, dass ich selbst jahrelang eine Heuchlerin war, denn ich wusste – wie die meisten Menschen – schon lange von den Zuständen in den Schweinemast-, Milchkuh- und Hühner-KZs, und habe mich trotzdem daran mitschuldig gemacht und das Leid für meinen eigenen „Genuss“ und meine Bequemlichkeit und Gewohnheit stillschweigend in Kauf genommen. Dass ich schon seit vielen Jahren nur Bioprodukte kaufe, macht die Sache leider auch nicht viel besser. Aber wir sollten nicht zurückschauen und uns verurteilen. Nein, wir sollten es JETZT besser machen und JETZT eine neue Entscheidung treffen.

Wenn ich mit anderen Menschen über dieses Thema diskutiere (ich will niemanden missionieren, aber ich will mich rechtfertigen, wenn ich gefragt oder angegriffen werde, und ich will schon auf meine Beweggründe aufmerksam machen und ein Lichtchen der Bewusstheit entzünden), dann höre ich immer wieder als schnelles Fazit den Satz: „Naja, letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, was er essen will.“ Punkt! Ende der Diskussion! Lass mein schlechtes Gewissen bitte schnell wieder in Ruhe! Nein, es tut mir leid, aber so einfach ist das nicht. Unsere Welt ist drauf und dran, an diesem Fleisch-Wahnsinn kaputt zu gehen. Und die Gier nach billigem Fleisch, Fisch, Käse und Eiern wächst ständig. Unser Ökosystem steht kurz vor dem Kollaps und die Qualen für Mensch und Tier verdunkeln unsere Seele immer mehr. Die Frage nach unserer Ernährung ist längst keine Frage der individuellen Entscheidung mehr nach dem Motto, „es schmeckt mir aber so gut“… Es geht um nicht weniger als um das Überleben unseres Planeten. Und es geht um wahre Menschlichkeit. Wenn ich mir so anschaue, was unsere ach so hochentwickelte Spezies unseren tierischen Mitgeschöpfen antut (oder antun lässt und dabei bequem wegschaut und so tut als wüsste sie von nichts), dann schäme ich mich, ein Mensch zu sein. Wie sollen wir da als Menschen untereinander jemals in Frieden, Respekt und Liebe miteinander umgehen und füreinander Verantwortung tragen? Wir sind grausam. Lasst uns doch wenigstens da, wo wir auf einfache Art und Weise Einfluss nehmen können, etwas zum Positiven verändern. Durch bewusstere Ernährung und bewussteren Konsum können wir ganz konkret ganz viel tun.

Ich bin so ziemlich das Gegenteil eines disziplinierten Menschen. Was ich schaffe, das schafft jeder andere mit Leichtigkeit. Du musst es nur tun. Und du musst dein Herz öffnen um zu erkennen was richtig und falsch ist. Du musst dich vom Unrecht und Leid berühren lassen und du musst die Erkenntnis der Liebe in die Tat umsetzen. Das ist alles! Tu’s einfach, sei nicht bequem. Tu’s dir, deinen Kindern, den Tieren, deinen Mitmenschen und Mutter Erde zuliebe. Sei konsequent!  Fang JETZT an! Je mehr wir werden, umso einfacher wird’s für alle.

Es gibt mittlerweile so viele tolle vegane Kochbücher. Lass dich doch mal inspirieren. Alle veganen Rezepte, inklusive Desserts und Kuchen, die ich bisher nachgekocht und –gebacken habe, waren einfach nur phänomenal! Allerdings muss ich auch sagen, dass der häufige Verzehr von hochverarbeiteten Tofuprodukten und Fleischersatz auf Glutenbasis (Saitan), der in der veganen Szene leider sehr verbreitet ist, sicherlich auch keine gesunde Alternative zu Fleisch darstellt. Für mich wird jedenfalls die Umstellung auch mehr und mehr zu einer Rückkehr zur Einfachheit. Es gibt doch nichts Besseres als frisches, saisonales Gemüse, einfach nur gedünstet mit leckeren Kräutern und Gewürzen, oder frisches Obst, Nüsse, Sprossen etc. Das Einfache ist gut und gesund! Und schmeckt am besten. Meiner Meinung nach ist das, was wir anstreben sollten, eine vegane biologische, saisonale und möglichst regionale Küche mit einem hohen Anteil an Rohkost. Das ist echte Licht- und Friedensnahrung für Körper, Geist und Seele.

Und noch etwas: Eines der liebsten Argumente, mit dem Allesesser uns Veganer treffen wollen, ist der Vorwurf, wir wären genussfeindlich. Naja, zunächst mal muss ich sagen, es gibt offensichtlich unterschiedliche Definitionen von Genuss. Wer es bei voller Bewusstheit wirklich als Genuss empfindet, bereits verwesende Leichenteile zu essen (der Gourmet bezeichnet das dann als mürbes, gut abgehangenes Fleisch) und Tierbabys ihre mit artspezifischen Wachstumshormonen versetzte Milch wegzutrinken, bitteschön! Aber ich muss sagen, die meisten Vegetarier und Veganer, die ich kenne, strahlen mehr Schönheit, Freude, Vitalität und Sinnlichkeit aus, als die Mehrzahl der Fleischesser. Und wer in einer hohen, lichtvollen Schwingung ist, hat sicher mehr Power, Liebe zu machen und sich den fleischlichen Genüssen im Schlafzimmer (und an anderen schönen Orten) statt im Esszimmer hinzugeben! 😉 Spätestens ab vierzig beginnt man einem Menschen meiner Meinung nach sehr deutlich anzusehen, wie er sich ernährt (hat). Aber glücklicherweise ist eine Umkehr nie zu spät, und der Körper kann sich schnell von seiner Zivilisatose erholen und regenerieren.

Ein weiteres beliebtes Argument lautet: „Aber da muss man ja auf so viel verzichten, was kann man denn da überhaupt noch essen?“ Ich weiß nicht, ob die Frage wirklich ernst gemeint ist??? Aber selbst im größten Metzgergeschäft wirst du nicht die Fülle vorfinden, die die Natur uns an unterschiedlichem Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen, Kräutern (wir dürfen das Wort „Unkraut“ aus unserem Wortschatz streichen) und Beeren zu bieten hat! Und die Angst vor dem Verzicht verfliegt schnell angesichts der Fülle, die dich bei dieser Ernährung erwartet – und angesichts des Wohlbefindens, das sich schon nach kurzer Zeit einstellt. Anfangs zweifelte ich auch noch ein bisschen, wenn ich an Kässpätzle oder Schafskäse oder Spaghetti mit Parmesan oder Gorgonzolasoße oder ein Sonntags-Frühstücksei dachte. Aber jetzt sehe ich nur noch den Gewinn und die „Befreiung“. Ich verzichte auf NICHTS, ich habe sooo viel gewonnen. Und das nach sechs Wochen! Ich denke, das ist genauso wie mit der Treue in einer Liebesbeziehung. Wenn du deinen Seelenpartner gefunden hast und ihr auf allen Ebenen in Liebe miteinander verbunden seid, dann stellt Treue keinen Verzicht, keine Einschränkung und keine Herausforderung mehr dar. Dann ist Treue ein natürlicher, glückseliger Zustand, der berauscht und beflügelt und euch immer noch tiefer zusammen bringt und der erst ekstatische Zustände ermöglicht. Es ist ein Gewinn für eure Liebe. Es fällt nichts weg, sondern es kommt ganz viel dazu – und das in vollkommener Freiheit und Leichtigkeit. Und ebenso ist die vegane Ernährung ein großer Gewinn für die Lebendigkeit, für Liebe, Weisheit, Spiritualität, Mitgefühl und Menschlichkeit.

Die (Rück?-)Besinnung auf vegane Ernährung ist ein wichtiger Teil der spirituellen Evolution. Sie ist ein Ausdruck liebender Güte, gelebten Tier- und Umweltschutzes und eines Bewusstseins, das uns alle als miteinander verbunden betrachtet. Es ist eine Möglichkeit, uns zu emanzipieren aus dem schlafenden Massenbewusstsein und auszubrechen aus einer absolut unbewussten kollektiven Übereinkunft des rücksichtslosen Konsumterrors, der Gewalt, der Ausbeutung, Gier, Verachtung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Eine Gelegenheit, wahrhaftig spirituell zu reifen. „Die gegenwärtige Veganismus-Bewegung (…) ist revolutionär, denn sie schwört dem gewalttätigen Kern der Viehzüchterkultur, in der wir leben, ab und überwindet ihn. (…) Sie kündigt die Geburt eines neuen Bewusstseins an, die Wiederauferstehung der Intelligenz und des Mitgefühls sowie die prinzipielle Abkehr von Grausamkeit und Herrschaftsdenken. Sie ist die einzig wahre Hoffnung für die Zukunft unserer Spezies, denn sie setzt sich mit der Wurzel des Übels auseinander. (…) Es ist schon komisch, wie wir nach tiefgreifendem Wandel rufen, ohne uns selbst verändern zu wollen! (…) Veganismus ist nach wie vor eine äußerst seltene Erscheinung, sogar bei Menschen, die sich selbst als spirituell interessiert verstehen, denn die Macht unserer frühen Sozialisierung ist schwer zu brechen. Und doch sind wir Menschen hierzu aufgerufen; andernfalls wird unsere Kultur zu nichts anderem führen als zu weiterer Zerstörung und letztlich zum Selbstmord.“ (Tuttle, Will: Ernährung und Bewusstsein)

Wenn du dich von diesem Text angegriffen oder gemaßregelt fühlst, dann sei versichert, dass das ist nicht meine Absicht ist. Aber für mich selbst war dieser Schritt zur veganen Ernährung ein solcher Quantensprung und eine solche Befreiung, dass es mich nur traurig macht, dass ich ihn nicht schon vor Jahren vollzogen habe. Wenn ich doch gewusst hätte, wie einfach es in Wirklichkeit ist… Ich hätte mir viel Leid erspart – viel innere Zerrissenheit und Heuchelei, die Illusion von Getrenntheit, und viel individuelles und kollektives verdrängtes Schuldgefühl – und ich hätte vielen fühlenden Wesen und Mutter Erde Leid erspart. Aber unsere Reise ist eben ein Bewusstseinsprozess… , daher müssen wir liebevoll mit uns selbst umgehen! Und jetzt fühle ich mich einfach nur erleichtert, begeistert, so frei und so reich beschenkt – durch das was ich weglasse… komisch, oder? Das ist es, was ich dir weitergeben möchte: Kein schlechtes Gewissen oder Druck, sondern Mut und Begeisterung, aus diesem System der Folter, Zerstörung und Massenhypnose auszubrechen. Und ich danke allen meinen Freunden, die schon voraus gegangen sind und den vielen jungen Menschen da draußen, denen diese Welt und das Schicksal der Erde, ihrer Mitmenschen und ihrer tierischen und pflanzlichen Mitgeschöpfe nicht egal ist. So viele junge Menschen, die uns mit ihren kreativen und lebendigen Internet-Blogs Lust auf vegane Ernährung machen, die wundervollste Kochbücher schreiben obwohl sie gar keine Kochausbildung haben (ja, die leben aus dem Herzen!) und die uns zeigen, wie verantwortungsvolles und spirituelles Leben down-to-earth wirklich aussieht. So viele wunderbare junge Menschen, die sich einer besseren und liebevolleren und bewussteren Welt verpflichtet haben. Wie schön, dass es euch gibt!

Mach doch mit bei diesem Wandel.  Ich würde mir wünschen, dass ich dich mit meiner Begeisterung anstecken kann, es selbst einmal auszuprobieren. Versuch es nur vier Wochen, und ich bin mir ziemlich sicher, du willst nie wieder zurück! Vielleicht können wir dann gemeinsam auch andere aufwecken und durch eigenes Vorbild überzeugen. Liebe ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt im Kopf, sie zeigt sich in aktivem und engagiertem Handeln. Für die Kinder dieser Welt, für das Tier- und Menschenrecht auf Würde, Selbstbestimmung und Leben, für ein friedlicheres Miteinander, für eine gesunde Erde, für die Achtsamkeit, für die Wiedererinnerung der Einheit allen Seins, für das Erwachen!

Lokah samasta sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein!

PEACE & LOVE. We are one world, one love!
Deine Christine Samira

 

Als Literatur kann ich dir empfehlen:
– Tuttle, Will: Ernährung und Bewusstsein. Warum das, was wir essen, die Welt nachhaltig beeinflusst. (Sehr, sehr, sehr empfehlenswert, wenn du mehr über die Auswirkungen des Fleisch-, Fisch-, Milch- und Eierkonsums für dich, die Tiere und das Ökosystem erfahren willst! Dieses Buch sollte jeder lesen, der Essen zu sich nimmt! 😉 Das Buch ist sehr provokativ und nimmt kein Blatt vor den Mund, ist aber dennoch ganz spürbar aus einem liebenden Herzen heraus geschrieben.)
– Dahlke, Rüdiger: Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt.
– Sezgin, Hilal: Artgerecht ist nur die Freiheit: Eine Ethik für Tiere oder warum wir umdenken müssen.

Und hier ein paar youtube-Videos, die dir vielleicht helfen:
– Nie wieder Fleisch! Arte-Dokumentation: http://www.youtube.com/watch?v=MQDozUfoinc
– Meet your meat (englisch): https://www.youtube.com/watch?v=sZs1vodBxP0. Für die deutsche Version muss man sich mit Altersangabe anmelden: http://www.youtube.com/watch?v=IUA5JxOOa2Y Schon gefährlich, wenn unsere Teenies mal sehen, wo ihr Schnitzel und ihre Würstchen herkommen… Aber Hauptsache, unsere Kinder kommen ungehindert an Pornos, Gewalt- und Hetzvideos ran… und an Werbung…
– Das Klagen der Kühe – ein kritischer Film über die Milchwirtschaft: http://www.youtube.com/watch?v=RMAIz5dwCuU
– Bis zum letzten Fang – Das Geschäft mit dem Fisch: https://www.youtube.com/watch?v=GBfR1_w67rc
– Earthlings (Erdlinge) – Ein eindringlicher Film über unseren Umgang mit Tieren: http://www.youtube.com/watch?v=eHsTeiQdn8E (englisch mit deutschem Untertitel)
– Wir essen nur Pflanzen – Vegan leben in Berlin: http://www.youtube.com/watch?v=EvsoxrlHdBE

– Und noch 2 schöne Songs gegen den Fleischwahnsinn und Tierquälerei:
– Eine Million: http://www.youtube.com/watch?v=ZnsfT-Du76I
– 10.000 Tränen: http://www.youtube.com/watch?v=IS_mantk3tA

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Als Kinder waren wir doch alle fasziniert von Zaubersprüchen und geheimen Formeln. Ein „Abrakadabra“ – mit mächtiger Stimmgewalt und hochgezogenen Augenbrauen dahingeschmettert – genügte, um in unserer Vorstellung den besten Freund in eine Kröte zu verwandeln oder das Fahrrad der Schwester in Luft aufzulösen. Der Zauberspruch „Abrakadabra“ hat seinen Ursprung vermutlich in den aramäischen Worten abraq ad habra, was wörtlich übersetzt bedeutet „ich werde erschaffen, während ich spreche“.

Um unseren Worten Macht zu verleihen, braucht es gar kein „Abrakadabra“. Wir erschaffen ständig, während wir sprechen. Das Wort ist der Urkeim der Schöpfung. „Am Anfang war das Wort“ heißt es in der Bibel, und im Hinduismus gilt die Silbe „om“ als Ursprung allen Seins und Symbol der Allgegenwart des Einen. Unsere Worte verleihen unserem Bewusstsein Form und Ausdruck und sind damit eine mächtige Energieform. Eine Energieform, mit der wir in aller Regel viel zu unbedacht umgehen. In meiner Praxis werde ich immer wieder damit konfrontiert, wie tiefgreifend Worte in die Lebens-wirk-lichkeit eines Menschen eingreifen können:

Da werden Krankheiten als „unheilbar“ bezeichnet, Patienten abgefertigt mit der Aussage „damit müssen Sie leben“ oder „da kann man nichts machen“, und wilde Prognosen und Spekulationen auf der Basis irgendwelcher Statistiken als unabwendbares Schicksal verkauft. Solche Aussagen – von Autoritätspersonen und Koryphäen ausgesprochen – werden nicht selten zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Und das, wo es doch in der Regel sehr wohl noch ganz andere alternativmedizinische Möglichkeiten gäbe. Ich bin überzeugt davon, dass wenn man zum Beispiel die Diagnose „Krebs“ einfach ersetzen würde durch die Bezeichnung „Zellstoffwechselstörung“ oder „fortgeschrittene Gewebsübersäuerung“ oder „toxisch-virale Organbelastung“ oder „partieller Sauerstoffmangel im Gewebe“ oder „tiefliegendes seelisches Trauma“ (was alles zutrifft), dann wären allein dadurch die Überlebenschancen schon viel höher. Denn für viele ist das Wort „Krebs“ ein Synonym für Siechtum und Sterben. Es sind die Energien von Angst, Panik, Verzweiflung, Ausgeliefertsein und Resignation, die allein schon mit dem Wort mitschwingen. Was für eine Macht!

Und da sind die Patienten, die mit vierzig, fünfzig Jahren noch unter unbedachten Aussagen ihrer Eltern oder von Lehrern leiden: „Du Vollidiot, du wirst es nie zu etwas bringen“ oder „eigentlich hätten wir uns ja einen Sohn gewünscht“, oder „es zählt nur der Sieg“, oder „ein Junge weint nicht“, und so weiter und so fort….. ich denke, hier kann jeder seine eigene, unendliche Liste des Leids aufführen. Solche Glaubenssätze sitzen oft so tief, dass sie ein ganzes Leben negativ beeinflussen können.

Einer heute über sechzigjährigen Patientin von mir wurde als Studentin von einem Hobby-Handleser ein früher Tod prophezeit. Viele Jahre ihres Lebens wurde sie von der Angst, bald sterben zu müssen, beherrscht, und noch heute leidet sie unter diffusen Angstgefühlen und Schlaflosigkeit. Was für eine Tragödie! Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn ihr dieser Mann nie begegnet wäre.

Wir sollten mit unseren Worten viel vorsichtiger und bewusster umgehen. Worte wirken! Wie heilsam können Worte der Liebe und des Zuspruchs sein, und wie verheerend Worte der Bewertung, der Verurteilung und der Negativität. Aber es ist komisch: harte, urteilende und böse Worte kommen uns oft so viel leichter über die Lippen, als liebevolle. Manchmal habe ich fast den Eindruck, als mache man sich lächerlich und müsse sich schämen, wenn man überhaupt das Wort „Liebe“ in den Mund nimmt. Einmal war eine Freundin anwesend, als ich eine Gruppenmeditation leitete. Ich wies die Teilnehmer an, ihr Herz zu öffnen und zu spüren, was für einzigartige, wunderbare Menschen sie seien. Ich erzählte ihnen von der göttlichen Quelle der Liebe, an die sie angebunden sind und ermutigte sie, ihre Essenz, ihre Gaben, ihre Freude zu verströmen. Und schließlich ließ ich sie visualisieren, wie das goldene Licht der Heilung durch ihren Körper fließt und jede einzelne Zelle mit Vitalität, Vertrauen und Liebe durchströmt. Danach meinte meine Freundin (die übrigens selbst Heilerin und ein Engelchen der Liebe ist!), wie wahnsinnig mutig sie das gefunden hätte, was ich da erzählt habe von Liebe und Licht und der göttlichen Quelle und Heilung. Ich verstehe sehr gut, was sie meinte, denn ich brauchte selbst eine ganze Zeit, bis mich traute, über diese Dinge öffentlich zu reden, aber was für eine Welt ist das, in der man Gefahr läuft, lächerlich gemacht und als esoterisch verbrämt hingestellt zu werden, wenn man Worte der Liebe laut ausspricht…

Uns allen passiert es, dass wir erst sprechen und dann denken, oder dass wir im Affekt Dinge sagen, die wir später bereuen. Und Gott sei Dank ist das so, denn sonst wären wir Maschinen und keine fühlenden Wesen. Aber erstens kann man Worte auch wieder zu sich zurück nehmen, seine Reaktion erklären und um Vergebung bitten (übrigens soll das auch für Eltern ihren Kindern gegenüber so funktionieren… 😉 ), und zweitens spielt es auch eine entscheidende Rolle, in welcher Funktion wir etwas sagen. Menschen, die einen beratenden, seelsorgerischen, therapeutischen oder pädagogischen Beruf ausüben, müssen sich einfach der Macht und weitreichenden Folgen ihrer Worte jederzeit bewusst sein und noch viel genauer prüfen, was sie sagen und wie sie etwas sagen.

Andererseits sind wir zum Glück den Worten unserer Mitmenschen nicht hilflos ausgeliefert. Als Kinder beziehen wir alles auf uns, nehmen alles für wahr und alle Sinneseindrücke dringen mehr oder weniger ungefiltert in unser Unterbewusstsein vor. Als Erwachsene aber haben wir die Wahl. Wenn wir bewusst sind, können wir selbst entscheiden, was wir in unsere Lebenswirklichkeit integrieren wollen und was nicht. Wir dürfen sozusagen unser Abwehrschild gegen böse Zaubersprüche aktivieren und die destruktiven Energien einfach an uns abprallen lassen. Das erfordert allerdings ein waches Bewusstsein und das Wissen um unsere Schöpferkraft. Je fester und bewusster wir in unserer eigenen Lebenswirklichkeit und Liebe verankert sind, umso unangreifbarer sind wir für Verletzungen und Unwahrheiten. Letztlich ist es eine Frage der Resonanz, welche Schwingungen uns berühren und durchdringen und formen. Es liegt also an uns, uns durch Herzöffnung, Vergebung, Achtsamkeit, Annahme, Heilung und Selbsterkenntnis immer mehr von Abhängigkeit, Angst und Zweifel zu lösen, und die hohen Frequenzen des Urvertrauens, der Dankbarkeit, Freude und Liebe zu manifestieren. Je mehr wir in dieser Schwingung zu Hause sind, umso weniger können uns zerstörerische Worte anhaben, und umso seltener werden wir selbst Worte der Verurteilung, Entmutigung und Kränkung aussprechen.

Je höher die Autorität, umso verantwortungsvoller müssen wir in unserer Wortwahl sein. Durch unsere Sprache werden wir Schöpfer – Schöpfer unserer eigenen Realität und oft unbewusst auch Mitgestalter der Realität anderer. Wenn wir uns Frieden in der Welt wünschen, dann fängt das mit unserem gesprochenen Wort an. Ich wünsche mir eine Welt, in der liebevolle, ermutigende, positive, heilende und wertschätzende Worte mehr Raum bekommen.

Wir sollten uns daran erinnern, dass wir permanent Zauberformeln von uns geben, mit jedem Wort, das uns über die Lippen kommt. Wir erschaffen und wir zerstören – uns selbst und andere – mit jedem einzelnen Wort.

Abrakadabra!

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Wer sich dem spirituellen Weg verschrieben hat, dem ist die Bedeutung der Dankbarkeit für ein glückliches und erfülltes Leben bewusst. Das Alltägliche ebenso wie die wunderbaren Fügungen des Schicksals nicht als selbstverständlich zu nehmen, sondern sich bewusst davon im Herzen berühren zu lassen und die liebevolle Gnade zu spüren, die dahinter wirkt, gibt dem Leben eine ganz besondere Leichtigkeit und Freude. Ich selbst habe einmal über mehrere Wochen ein Dankbarkeitstagebuch geführt, das mir tatsächlich geholfen hat, mein Herz zu öffnen und mit anderen Augen zu sehen. Jeden Abend habe ich mir einige Minuten Zeit genommen, den Tag Revue passieren zu lassen und die Segnungen, die ich erfahren durfte, nieder zu schreiben. Mit der Zeit entwickelte sich ein ganz neues Bewusstsein für das GESCHENK des Lebens: Es kam mir fast lächerlich vor, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben, weil ich erkannte, dass es tatsächlich gar nichts gibt, wofür ich nicht dankbar sein könnte. Wenn ich heute in meinem Heftchen blättere, macht sich sofort wieder dieses unbeschreiblich euphorische Gefühl breit, absolut sicher getragen und reich beschenkt zu sein. Und gleichzeitig ist es fast beschämend und macht mich traurig, diese Bewusstheit im Alltag so oft zu verlieren. Was nehme ich nicht alles als selbstverständlich, wie unaufmerksam bin ich oft meinen geliebten Menschen gegenüber, wie undankbar und falsch interpretiere ich immer wieder, was mir das Leben schenkt, und wie blind bin ich oft gegenüber der Schönheit, die mich umgibt…. Gerade ist Ronda Byrne, der Autorin des Weltbestsellers „The Secret“ mit „The Magic“ ein weiterer großer Wurf auf dem esoterischen Buchmarkt gelungen. Es geht darin um die transformierende Kraft der Dankbarkeit, und es werden zahlreiche Übungen vorgestellt, um diese im Alltag zu praktizieren.

Wem es gelingt, den Tag schon im Bewusstsein der Dankbarkeit zu beginnen und wach zu sein für die Geschenke und Reichtümer des Lebens, der ist wahrhaft gesegnet. Doch „Danke“ zu sagen ist nur ein Teil der Wahrheit. Daran habe ich mich durch den anrührenden mexikanischen Dokumentarfilm „Artesanos“ wieder erinnert.  Memo, ein wunderbarer und weiser alter Künstler erklärt darin, dass es in der Sprache der Maya das Wort „Danke“ gar nicht gibt. „`Danke´ sagen die Faulpelze und Gammler“, provoziert er humorvoll, „bezahle, du Narr!“ Und Memo verrät auch, womit wir bezahlen sollen: „Indem du das tust, was du am meisten liebst. Das was du liebst zu tun, ist das Wertvollste, es ist das Kapital.“ Und: „Es wird das Kapital aller.“

Diese Worte haben mein Herz sehr berührt und mich bis aufs Mark durchgeschüttelt. Wir sind hier, um etwas zurückzuzahlen! Aber es geht dabei nicht darum, uns zu schinden, abzurackern, und unter Schweiß und Tränen etwas leisten zu müssen. Wir dürfen mit dem bezahlen, womit wir vorher beschenkt und gesegnet wurden, mit dem was unser Herz zum Singen bringt. Es ist kein Tun, kein Leisten, es ist ein Sich-Verströmen und -Verschenken. „Weißt du, wer für Schwierigkeiten sorgt?“, fragt Memo nachdenklich, „Derjenige, der nicht das tut, was er am meisten liebt.“ Das erinnert mich an die Unterweisung zum Thema Arbeit in Khalil Gibrans Buch „Der Prophet“: „Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten.“

Das Gebot der Dankbarkeit bedeutet nicht, einfach nur zu nehmen und „Danke“ zu sagen – wenn es auch noch so sehr von Herzen kommt. Das Gebot der Dankbarkeit heißt zu bezahlen, mit unserer ureigenen Essenz dem Leben, Mutter Erde, unseren Mitmenschen und Mitgeschöpfen Alles zurück zu geben – indem wir das verwirklichen, was zu SEIN jeder einzelne von uns hierher gekommen ist. Wenn ein jeder von uns den Mut hat, seine Essenz zu leben, dann werden wir zur Be-reich-erung für das Ganze. Dann erschaffen wir gemeinsam eine Welt des Friedens, der Freiheit und der Liebe.

Schau dir den Film „Artesanos“ an (Spanisch mit deutschem Untertitel) und lass dich von dem Mut, der Herzlichkeit, der Begeisterung, der Verbundenheit, der Demut und der Weisheit wunderbarer Mitmenschen anstecken, die bereits ihr Leben aus der Tiefe ihres Herzens heraus leben. Artesanos (dt. Handwerker) sind Menschen, die ihr Leben lang dienen. Doch sie verschreiben sich keiner irdischen Macht, sondern ihrem inneren Selbst.

http://www.youtube.com/watch?v=mrngEXU2TDo

… und wenn dir demnächst wieder etwas bewusst wird, wofür du dankbar bist, dann vergiss nicht die zweite Seite der Dankbarkeit. Du bist ein so wunderbares, einzigartiges, begabtes und strahlendes Wesen. Mach dich selbst dem Leben zum Geschenk!

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Wer mehr Bewusstheit, Licht und Liebe in sein Leben bringen will, wird unweigerlich mit seinen Schatten konfrontiert. Das erwachende Bewusstsein ist wie ein Scheinwerferlicht, das das Dunkel in uns gnadenlos ins Blickfeld rückt und an die Oberfläche holt. Das macht oft Angst. Wir wollen den Weg des Lichts und der Liebe gehen, und statt dessen scheint es so, als würde das Schlimmste und Widerlichste in uns wachgerufen. Doch genau dies ist die Chance, die die Liebe uns bietet. Sie bringt ins Bewusstsein, was noch der Heilung in uns bedarf: Neid, Hass, Eifersucht, Geiz, Wut, Gier, Gewalt, Verurteilung, usw. Der höchste Zweck der Liebe ist es, zu integrieren, ganz zu machen, sich selbst zu erkennen. Erst wenn wir den Mut haben, die Schatten in uns anzuerkennen und in Liebe anzunehmen, dann verlieren sie ihre Macht über uns. Sie sind (nur) ein Teil von uns. Und sie sind der Teil von uns, der nicht in der Liebe ist. Wir können sie nur heilen, indem wir sie mit den Augen der Liebe erfassen. Sie entstammen unserer Identifikation mit der Materie, und nicht unserem heiligen, göttlichen Selbst.

Da wir gewählt haben, uns als geistige Wesen in der Welt der Materie und der Polarität zu erfahren, tragen wir alle einen Teil in uns, der die Nicht-Liebe ist. Es ist das Kleid des Vergessens, des Ego und der Angst, das sich über unsere lichtvolle Seele gelegt hat. Ein Kleid, gewoben aus Erfahrungen des Leids und der Getrenntheit, die wir in diesem und in vergangenen Leben gesammelt haben.

Viele spirituell Suchende begehen den Fehler, ihr ganzes Sein in ein rosarotes Wölkchen von Licht und Liebe zu hüllen. Unter der Oberfläche aber brodelt es gewaltig. Wer nicht der Lieblosigkeit in sich selbst ins Auge geschaut hat – und immer wieder schaut -, kann nie wirklich frei werden. Wer nicht JA gesagt hat zu seinen niedersten Gefühlen und sie in Liebe heilt, wird nie ganz und in der Einheit sein. Die Liebe lässt sich nur erfahren, indem wir die Nicht-Liebe anerkennen – beides sind die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Wenn du das eine leugnest und ablehnst, lehnst du auch das andere ab.

In meiner Praxis erlebe ich es oft, dass Menschen wahnsinnige Angst davor haben, ihre Schatten anzuschauen. Warum sollten sie sich mit diesem Gefühl verbinden, das sie doch so verabscheuen und einfach nur loswerden wollen? Und dann noch in Liebe annehmen? Wie soll das denn gehen? Das „Böse“ und „Schlechte“, das ich in anderen so gern verurteile, in mir selbst zu finden, hat etwas sehr schmerzliches an sich – aber es ist der Weg in die Heilung; der einzige!

Vielleicht hilft es dir bei der Auseinandersetzung mit deiner Dunkelheit, dir bewusst zu machen, dass es sich bei deinen Schatten eben nicht um etwas immanent Böses, Schlechtes handelt, sondern um Verletzungen deiner Seele. Stell dir einen verwundeten Wolf vor, der  blutend, geschwächt und ängstlich durch den Wald streift. Sobald sich ein anderes Tier oder ein Mensch nähert, wird dieser Wolf anfangen die Zähne zu fletschen, zu knurren, aggressiv zu werden und um sich zu beißen. Er tut das nicht, weil er aus sich selbst heraus böse ist, sondern weil er verletzt ist und Angst hat. Er hat Angst davor, das andere Tier könnte seine Verletzung erkennen, ihn angreifen oder gar töten. Genauso tun wir es auch. Wir sind alle zutiefst verletzte Wesen, die aus Schutz vor weiteren Angriffen blind um sich schlagen. Laß dein Mitgefühl fließen und erkenne, dass dein Neid, deine Verurteilungen, dein Hass, dein Geiz nur Reaktionen auf die Verletzungen deiner Seele sind, und deiner Angst und deiner Illusion der Getrenntheit entspringen. Nimm dir Zeit, deine Verletzungen anzuschauen. Oder suche dir einen Begleiter, der sich deinen Wunden in Liebe zuwendet und dir hilft, dein Herz für Erkenntnis, Annahme und (Selbst-)Vergebung zu öffnen.

Solange wir Anstoß nehmen an bestimmten Verhaltensweisen unserer Mitmenschen, haben wir den entsprechenden Schatten in uns selbst noch nicht geheilt. Alles, womit wir im Außen im Unfrieden sind, ist in uns selbst noch im Unfrieden. Schäme dich nicht für das Dunkle in dir. Es ist in allen von uns. Heil werden und das Dunkel transformieren kann aber nur derjenige, der sich ihm ehrlich und mutig zuwendet und es annimmt. Die Liebe ist das Licht, das dir dabei den Weg durch die Dunkelheit weist.

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