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Posts Tagged ‘Seele’

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen auf dem „spirituellen Weg“ statt die Freiheit zu wählen sich in neue Konzepte und Weltanschauungen stürzen. Wie eifrig viele nach Ablenkung von sich selbst und nach Modellen hungern, statt sich leer zu machen und sich der eigenen Seinserfahrung hinzugeben. Und der Esoterikmarkt bietet hier unendlich viel Zerstreuung und Futter fürs Ego.

Eines dieser amüsanten Konzepte ist der Hype rund um den „Seelenplan“. Wenn man mal googelt, findet man unendlich viele Webseiten auf denen genau geschildert wird, was die Seele vor ihrer Inkarnation so alles an Vorbereitungen und Absprachen trifft, was sie plant, mit wem sie sich trifft, wie genau sie die einzelnen Stationen des Lebens vorbereitet, wie die Seele aufgebaut ist, wie sie funktioniert, etc. Die einen haben ihr Wissen gechannelt, die anderen haben es bei einem Guru gelesen, die nächsten berufen sich auf jahrtausendealte Überlieferungen bestimmter Kulturen oder geben einfach ihre Vermutungen weiter. Eine Wissenschaft für sich…, denn mit der Frage nach dem Seelenplan kann man in ganze Universen von Weltanschauungen eintauchen. Da kannst du ein regelrechtes Parallelstudium zu deinem echten Leben absolvieren.

Konzepte sind wohl für manche Leute wichtig und auch ok. Solange man sie als das sieht, was sie sind: Krückstöcke für den Verstand, um sich das Leben in Krisensituationen vorübergehend ein wenig leichter zu machen. Aber jeder Krückstock sollte irgendwann einmal losgelassen werden, wenn man wirklich laufen lernen will. Und vor allem: der Krückstock sollte einem das Gehen nicht noch schwerer machen. Das Konzept des „Lebens- oder Seelenplans“ macht vielen Menschen das Leben schwerer, denn es blockiert, verunsichert, macht unfrei und bringt latent die Angst mit sich, Fehler zu machen, das „Falsche“ zu leben – und es schafft Abhängigkeiten von Gurus, spirituellen Lehrern, Hellsehern und Heilern, die vorgeben, den Lebensplan anderer Menschen zu kennen oder für sie zu entziffern. „Finde deinen Seelenplan“ – Seminare, Vorträge, Behandlungsangebote oder Buchtitel in diesem Stil wirst du Tausende finden.

Leben läuft nicht nach Plan, also suche auch gar nicht erst nach einem Plan. Lausche dem Flüstern deines Herzens und den Gefühlen und Impulsen, die aus dir heraus kommen. Du bist nicht das Opfer irgendeines fixen Planes, dein Leben folgt keinem Drehbuch, du solltest deine Zeit nicht damit verschwenden zu rätseln, was für ein geheimer Plot für dich ausgeheckt wurde. Lebe einfach! Du bist der Schöpfer deines Lebens! Mag sein, dass deine Seele aufgrund ihrer Schwingung die Inkarnation in ein bestimmtes Umfeld mit bestimmten Voraussetzungen herbeigerufen hat – ich weiß es nicht! 🙂 – aber auch das kann dir egal sein. Ob es Zufall ist oder Plan? – warum zerbrichst du dir darüber den Kopf? Stell dir lieber die Frage „Wozu war es gut, was konnte ich dadurch lernen?“, und „Was darf sich durch mich erfüllen, wie und was möchte ich leben und erfahren, wie kann ich die Liebe in meinem Leben vermehren?“ Wenn du dich von diesen Fragen leiten lässt, dann wird sich dein Leben mit jedem Schritt segensreich und heilig vor dir entfalten.

Die Frage nach einem Seelenplan kann überhaupt nur in einer männlich geprägten Spiritualität auftauchen. In einem männlich-analytisch-rationalen Konzept braucht es einen Plan, einen Weg, eine Funktion und ein Ziel. Hat Leben ein Ziel? Geschieht Leben nicht um seiner selbst willen? Ist Leben – jeder einzelne Atemzug – nicht selbst schon das Ziel? Das Prinzip der Weiblichkeit ist die Hingabe, das Sich-Öffnen, das Mitschwingen und Mitfühlen. Ein Mensch, der fähig ist, mitzuschwingen und sich hinzugeben käme nie auf die Idee, nach einem Plan zu fragen. Es gibt nur diesen einen Moment – nichts, was man hinter sich lassen müsste und nichts zu erwarten – nur die reine Präsenz des Hier und Jetzt. Es ist gut. Es ist. Ich bin gut. Ich bin. Ich atme das Leben ein und ich atme das Leben aus – was gibt es darüber hinaus noch zu wissen? Das ist Erleuchtung: sich in staunender Demut hinzugeben und mitzuschwingen. Der Weg des Erwachens ist ein weiblicher Weg. Die weibliche Kraft fragt nicht und strebt nicht danach, das Mysterium zu entzaubern. Die weibliche Kraft ergibt sich ins Nichtwissen und lässt sich von der reinen Erfahrung durchdringen.

Die Esoterikbranche und ihre „spirituellen Lehrer“ leben von der Beschäftigung mit Fragen und Konzepten, die so weit entfernt von der Größe, der Macht und dem Mysteriums des Lebens und der Seele liegen, dass es fast schon beschämend ist. Doch wir sind in unserer Verzweiflung und Einsamkeit so erfüllt von der Sehnsucht nach „religio“, nach der Rückverbindung mit unserer wahren Natur, dass wir uns von selbsternannten Experten nur zu gern engelsfunkelnde Bären aufbinden lassen. Menschen, die die Frage nach einem Seelenplan beschäftig, sind nicht mehr an den Fluss des Lebens angebunden. Sie stecken immer in einer Krise, egal ob beruflich, partnerschaftlich, gesundheitlich, spirituell, finanziell oder sozial. In einer Krise sehnt man sich nach klaren Ansagen und Anweisungen und nach einem Menschen, der das Ruder für einen in die Hand nimmt und einem das eigene Leben erklärt und löst. Doch das funktioniert nicht. Ein guter, ehrlicher Freund und Heiler wird dir einfach beistehen, die große Not auszuhalten, keine Ahnung mehr zu haben, wer du bist und was du sollst. Er wird an deiner Seite sein, wenn eine alte Welt zusammenbricht und die neue noch nicht geboren ist. Er wird deine Tränen mit weinen statt dich mit SEINEM „Wissen“ zu belasten. Er wird dir keine Antworten geben, sondern die richtigen Fragen stellen. Er wird deine Verwirrung und dein Nichtwissen noch vergrößern, weil dieses Nichtwissen – das Loslassen all deiner Konzepte, Werte, Vorstellungen, Prägungen, Religionen und Weltbilder – dein Weg in die Freiheit ist. Wenn du durch den Tod, durch deine Einsamkeit und Unsicherheit – durch deine dunkle Nacht der Seele – hindurch gegangen bist, wird er dir helfen, die sanfte Stimme deines Herzens wieder wahrzunehmen, mit dem Leben mit zu schwingen und deinem inneren Flüstern, deiner Weisheit, wieder zu vertrauen. Dann bist du neu geboren, rein, klar, präsent, ganz bei dir! Ein bewusster, wacher Seelengefährte und wahrer Meister wird dich nie mit Konzepten belasten, wird nicht auf Weltanschauungen und Theorien eingehen, wird dir keine Geschichten und Glaubensbekenntnisse erzählen. Er wird dich ermutigen, alles was du glaubst zu wissen, alles was du je gehört und gelesen hast, weg zu werfen. Er wird mit dir die Stille teilen und die Mystik deiner eigenen Erfahrung preisen.

Wer, glaubst du, könnte deine Lebenserfahrung interpretieren, außer dir selbst? Wer sollte tieferen Zugang zu deiner Essenz haben, als du selbst? Gib dein Leben nicht aus der Hand! Hab den Mut, einfach zu SEIN!

Lass all die Fragen los, auf die in Wahrheit du selbst und kein anderer dir Antworten geben kann und die keinerlei Relevanz haben! Erlaube deiner Angst, dass sie dich ganz auf dich selbst und dein Nichtwissen zurückwirft. Der Legende zufolge kürte das Orakel von Delphi Sokrates zum weisesten Mann der Welt aufgrund seiner letzten, niederschmetternden Erkenntnis „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Erst durch die Worte „Ich weiß es nicht“, die vollkommene Hingabe und vollkommenes Loslassen repräsentieren, öffnest du dein Gefäß, auf dass die Erfahrung jenseits allen Verstandeswissens und aller Worte in dich einfließen kann. Wer ständig Antworten parat hat oder auf alles eine Antwort sucht, kann NIE vom wahren Wissen durchdrungen werden. „Ich weiß es nicht“ sind die ehrlichsten, die weisesten und die heilsamsten Worte, die man sprechen kann. Ich weiß, dass ich atme und ich gehe davon aus, das heißt, dass ich lebe. Aber ich weiß nicht, ob das heißt, dass ich nicht mehr lebe, wenn ich nicht mehr atme. Was weiß ich sonst? Ich habe Erfahrungen im Universum meiner eigenen Gedanken und Gefühle und Sinneseindrücke und Interpretationen gesammelt. Es ist MEIN Universum, ich weiß nicht, was davon wahr und was pure Illusion ist. Ich habe die Meinung und die Lehren von Eltern, Geschwistern, Freunden, Erziehern, Lehrern, Professoren, Wissenschaftlern, Politikern und  spirituellen Führern verinnerlicht. Ich habe Bücher, Massenmedien und soziale Netzwerke konsumiert. Also was in aller Welt WEIß ich schon? Ich habe mir ein Bild gemacht, mehr nicht. Aber das kann und darf niemals das deine sein.

Ich weiß, dass ich nichts weiß. Willst du dich anschließen und die kribbelnde Unsicherheit des Nichtwissens mit mir aushalten? Es fühlt sich so viel schöner, freier, spannender und lebendiger an, als sich mit Instant-Eso-Konzepten abspeisen zu lassen!

Es gibt nur ein Mysterium, das es wert ist, ergründet zu werden. Das ist die Stille in dir, dein wahres Wesen jenseits aller Identifikationen und allen Wissens. Aber dem kannst nur du selbst dich nähern – und nur aus dem Herzen, niemals mit dem Kopf. Alles andere ist nur Fast-food für den Verstand und Ablenkung vom Schmerz deiner Illusionen. Lass los… Und entscheide dich, dich vor der Großartigkeit des Lebens wieder in Demut und innerer Reinheit zu verneigen statt das Geheimnis des Seins durch plumpe Konzepte zu entweihen.

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tanzender-zigeunerin

Sie tanzt ums Feuer, wirbelnd, in Trance.
Als wolle sie den Teufel zum Kampfe fordern.
Trunken vom Leben oder berauscht vom Tod –
sie weiß es wohl selbst nicht so genau.
Ihre Hüften beben zum Herzschlag der Erde,
die Locken wie lodernde Flammen im Wind.

In ihrem Gesang hallt der Schmerz aller Zeiten,
ein Seufzen, das hinwegschmilzt das ewige Eis.
Erfüllt von Sehnsucht, die bitter und süß ist zugleich.
Ihre Tränen sind Regen auf trockener Erde,
ihr Lachen, ein kühnes Versprechen ans Morgen.

Wie eine Wölfin, frei und wild
folgt sie einzig dem Flüstern des Windes.
Über den höchsten Berg und karge Steppen,
von einem Ort zum andern.
Als gäb‘ es ein Ziel geht sie sicheren Schrittes
doch hinterlässt keine Spuren im heißen Sand.
Weit, so weit lässt sie sich tragen
und kommt doch niemals irgendwo an.

Die kühle Nacht ist ihr Geliebter,
der zärtlich sie ins Dunkel hüllt.
Von Tausend Sternen still bewundert
wie sie nackt im sanften Mondlicht badet.
Voll Anmut und erhab‘ner Schönheit,
nur ihrem Herzen treu ergeben.
Wie mutig, diese Seele, doch so zart!
Zerbrechlich –  allzu oft zerbrochen!

Mit allem verbunden, eins mit der Welt
stirbt sie täglich und wird neu geboren.
Reist auf den Schwingen des Adlers durch die Zeit,
erwacht vom Traum der Endlichkeit.
Wildes Mädchen und weise Alte zugleich –
ein ganzes Leben in einem Moment.

Schwarze Augen, die ihr Geheimnis nie verraten,
und doch auf den Grund aller Dinge sehen.
Schöne Zigeunerin, Cigány, schau mich an!
Verbrennen will ich im Feuer deiner Seele.
Cigány!

(Christine Fleckenstein)

In tiefer Verneigung vor den fahrenden Völkern aller Zeiten und in tiefer Verneigung vor meinen ungarischen Ahnen und ihrem Zigeunerblut!

Eine Cigány weint und schreit, lacht und liebt – zur selben Zeit. Sie tanzt, feiert und singt und sie lauscht der Stille. Sie liebt voller Leidenschaft und zieht sich zurück. Sie ist stark und verletzlich zugleich. Ihr Herz ist voller Sehnsucht. Sehnsucht nach Liebe und Zuhause. Und doch kann sie nirgendwo Wurzeln schlagen. Ihre Heimat ist überall und nirgends.
Eine Cigány feiert das Leben und betrauert den Schmerz, sie ist das Leben und der Tod in einer einzigen Sekunde!

Ich umarme euch alle da draußen, ihr Zigeuner und Zigeunerinnen, gitanos und gitanas im Herzen.

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Nach langer Zeit nun endlich mal wieder eine Nachricht von mir. Es ist gerade viel in Bewegung, im Umbruch, in Heilung – daher war ich ein wenig im Rückzug und viel mit mir selbst beschäftigt. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr genießt die Herbstsonne… 😉

Ich möchte euch gern mitteilen, dass ich seit sechs Wochen vegan lebe und mich besser fühle als je zuvor! Nachdem ich schon ca. elf Jahre lang Vegetarierin bin (mit der Ausnahme, dass ich ab und zu noch Fisch gegessen habe), habe ich nun endlich den Schritt zur Veganerin vollzogen. Schon lange hatte ich damit geliebäugelt und Freunde bewundert, die es „geschafft“ hatten, aber aus mehreren Gründen hatte ich mich immer wieder davor gedrückt. Zum einen konnte ich als Käseliebhaberin mir ein Leben ohne Käse nur schwer vorstellen, und zum anderen hatte ich Angst davor, mich durch mein „anderes“ Essverhalten sozial auszugrenzen und mit Familie, Freunden, Bekannten anzuecken. Und natürlich war auch ein sehr großer Teil Bequemlichkeit dabei, der mich bisher daran gehindert hat, diese Ernährung konsequent umzusetzen.

Letztendlich hat mich mein eigener Körper in die richtige Richtung gelenkt. Ich war dieses Jahr wahnsinnig viel krank – langwierige Erkältungen, Eiterungen, Entzündungen… selbst mit den besten Naturarzneien, Heilpflanzen und Nahrungsergänzungen bin ich dem Übel nicht mehr Herr geworden. Während ich schon Jahre kaum mehr Milch trinke, war mein Käsekonsum in den letzten Monaten wieder extrem angestiegen. Intuitiv wusste ich, dass mich das krank machte. Milch und Käse schwächen durch ihre Eiweißstruktur das Immunsystem und „verschlacken“ die Lymphe. Außerdem habe ich bei einem Blick in mein feinstoffliches System und in meine Seele einen deutlichen Konflikt gespürt: einen Wahrhaftigkeitskonflikt. Fast täglich rate ich in meiner Praxis Patienten davon ab, Milch und Milchprodukte zu sich zu nehmen. Ich erkläre ihnen, welche schädlichen Auswirkungen diese Produkte haben und was sie damit für einen Medikamenten-, Hormon-, Fett- und Eiweißmix zu sich nehmen. Ganz wesentlich bedingt vom Weglassen von Milch und (v.a. Kuhmilch-)Käse habe ich in der Praxis schon viele Wunder erleben dürfen: Neurodermitis und andere Hautkrankheiten heilen ab, Kinder mit Asthma, obstruktiver Bronchitis, chronischer Mittelohrentzündung und Dauerinfekten werden rasend schnell gesund, Unterleibszysten verschwinden, Allergien und entzündliche Darmerkrankungen bessern sich, usw. Ja, meinen Patienten gab ich immer wieder diesen Rat mit auf den Weg, und selbst hatte ich gegen besseres Wissen wieder regelmäßig und in relativ großen Mengen Käse gegessen. Solche Wahrhaftigkeitskonflikte sind nicht zu unterschätzen, die Seele kann damit auf Dauer nur schwer umgehen! Als mir der Zusammenhang zwischen Körper und Seele bewusst wurde, habe ich von heute auf morgen die Entscheidung getroffen, mich fortan vegan zu ernähren. Und ich sage euch: es lebt sich sooooo gut ohne Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier, Butter, Sahne und Co.! Und meine Symptome sind seither weg!

Meine eigene Gesundheit ist dabei aber nur ein kleiner Teil meiner Motivation – sozusagen der letzte A…-tritt den ich brauchte. Viel bedeutender als die Gesundheit eines einzelnen ist die globale Tragweite. Mit dem Verzehr von tierischen Produkten tragen wir aktiv zum Leid unserer tierischen Mitgeschöpfe und zur Zerstörung der Umwelt bei (Stichwort: CO2-Ausstoß, Abholzung der Regenwälder für riesige Sojamonokulturen, Vertreibung der indigenen Landbevölkerung in Lateinamerika, hoher Einsatz von Pestiziden und Herbiziden, extremer Wasserverbrauch in der Tiermast, Verseuchung des Grundwassers durch riesige Güllemengen, Überfischung der Weltmeere mit Ausrottung vieler Arten usw.). Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit dem Konsum von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern unserem Körper nicht nur tote Materie, Leichengifte, sowie einen unüberschaubaren Mix aus Hormonen, Giften und Medikamenten zuführen, sondern uns auch feinstofflich die Energie des Leids, des Schmerzes, der Verzweiflung, der Depression, des Missbrauchs, der Aggression, der Angst und des Todes einverleiben.

Leider haben unsere „Nutztiere“ (schrecklicher Ausdruck), die auf dem Teller landen, keine Lobby. Wie heißt es so schön in Orwells „Farm der Tiere“: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als die anderen.“ Wir kuscheln und schmusen mit Hunden und Katzen, würden nie dulden, dass unser Pferd zu Salami verarbeitet wird, und empören uns, wenn in anderen Kulturen Hunde, Affen oder Meerschweinchen gegessen werden (wobei es uns hier auch vor immer weniger graut. So hat es mich fast geschüttelt, als ich kürzlich auf einem chinesischen Büffet Krokodil-, Känguruh-, Frosch-, Hai- und ich weiß nicht was alles für exotisches Fleisch gesehen habe). Aber Schweinen, Kälbern, Hühnern, Fischen, Ziegen oder Garnelen sprechen wir anscheinend jegliche Seele und Empfindsamkeit und Intelligenz ab. WARUM? Warum können wir mit diesen Tieren kein Mitgefühl empfinden und sie schützen? WARUM müssen diese Tiere leiden, während wir für unseren Waldi alles tun würden?

Vielen ist heutzutage glaube ich auch der Zusammenhang zwischen Essenszufuhr und Körperaufbau überhaupt nicht mehr klar. Wir essen nicht nur, um unseren knurrenden Magen zu füllen oder unsere Gelüste zu befriedigen. Wir verleiben uns mit dem Essen etwas ein, machen es uns zu eigen und formen unseren Körper daraus neu. Das ist Transformation in Reinform, eigentlich ein Akt der Liebe (Wie wenn du mit deinem Partner im Sex verschmilzt und aus zwei eins wird): Wir nehmen etwas Fremdes von außen auf, wandeln es um und machen es zu unserm eigenen Selbst. Das was dabei herauskommt, kann nur so gut sein, wie das, was wir rein geben. Mit tierischen Produkten verleiben wir uns Tod, Angst, Stress, Depression, Krieg und (Auto-)Aggression ein. Es fällt alles auf uns zurück! Überlege dir, woraus du deinen Körper immer wieder neu erschaffen willst und welche Energie dein Sein, dein Fühlen und Denken, durchströmen soll. Erkennst du die spirituelle Dimension der Ernährung?

Ich spüre die Auswirkungen meiner veränderten Ernährung nicht nur daran, dass sich mein Körper gerade deutlich entgiftet und verjüngt und ich mich wacher und energiegeladener fühle, sondern dass sich auch in meinem feinstofflichen Körper vieles verändert. Die Stimme meines Herzens wird immer deutlicher, ich bin fast pausenlos in einem Zustand der Inspiration, der „Eingebung“ und der Kommunikation mit meiner inneren Quelle, und die Chakren werden klarer und dehnen sich aus. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, warum ich je anders gegessen habe, warum ich nicht schon vor Jahren angefangen habe, mich vegan zu ernähren. Allein das Gefühl, zu wissen, dass wegen mir (zumindest schon mal für mein Essen) kein einziges Tier mehr leiden und sterben muss, beflügelt mich regelrecht. Mittlerweile habe ich auch schon Einladungen und Partys hinter mir, und es war kein Problem. Alle waren so lieb, irgendwelche tierfreien Sachen anzubieten, und es hat mich nicht mehr als ein Lächeln gekostet, Käse, Desserts und sogar Schwarzwälder Kirschtorte (für die ich früher gestorben wäre!) links liegen zu lassen.

Wir dürfen nicht aufhören, uns mit den unerträglichen Bildern aus europäischen Schlachthöfen, mit dem Leid der Hühner und Milchkühe, mit der Unterdrückung, Ausbeutung und dem Schmerz der ärmsten Menschen, die unter unserer Gier nach Fleisch leiden müssen, zu konfrontieren. Wir müssen dem Grauen in die Augen schauen und uns im tiefsten Inneren berühren und das Leid in unser Herz lassen, um unser Verhalten zu ändern. Ich habe mir in den letzten Wochen auf youtube nochmal geballt so manches grausame Video „reingezogen“. Das erleichtert eine klare Entscheidung wirklich ungemein. Schau dir dieses Leid an, von dem du ein Teil bist. Und wenn du dann noch weiter tierische Produkte essen willst, dann halte dich zumindest zurück mit Bekundungen deiner Liebe zum Menschen, zu Tieren und zu Mutter Erde. Das ist nicht ehrlich. Wenn dir die zerstörerische Tragweite des Konsums von tierischen Produkten bewusst wird, dann hast du keine Wahl, wenn du dich für die Liebe entscheiden willst. Liebst du die Welt und die Vielfalt der Arten, die Meere, Flüsse und Seen, die Wälder und Wiesen, und liegt dir etwas an ihrem Erhalt? Betrachtest du Tiere als deine Freunde und göttlichen Mitgeschöpfe? Liegt dir etwas an den Kindern dieser Welt und einer lebenswerten Zukunft? Hältst du dich für spirituell und gehst du davon aus, dass alles göttlich und beseelt ist, dass alles eins ist? Träumst du von einer Erde, auf der niemand mehr Hunger leiden muss und in der die Menschen gesund und in Frieden alt werden können? Dann hast du keine Wahl! Mir ist bewusst, dass ich selbst jahrelang eine Heuchlerin war, denn ich wusste – wie die meisten Menschen – schon lange von den Zuständen in den Schweinemast-, Milchkuh- und Hühner-KZs, und habe mich trotzdem daran mitschuldig gemacht und das Leid für meinen eigenen „Genuss“ und meine Bequemlichkeit und Gewohnheit stillschweigend in Kauf genommen. Dass ich schon seit vielen Jahren nur Bioprodukte kaufe, macht die Sache leider auch nicht viel besser. Aber wir sollten nicht zurückschauen und uns verurteilen. Nein, wir sollten es JETZT besser machen und JETZT eine neue Entscheidung treffen.

Wenn ich mit anderen Menschen über dieses Thema diskutiere (ich will niemanden missionieren, aber ich will mich rechtfertigen, wenn ich gefragt oder angegriffen werde, und ich will schon auf meine Beweggründe aufmerksam machen und ein Lichtchen der Bewusstheit entzünden), dann höre ich immer wieder als schnelles Fazit den Satz: „Naja, letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, was er essen will.“ Punkt! Ende der Diskussion! Lass mein schlechtes Gewissen bitte schnell wieder in Ruhe! Nein, es tut mir leid, aber so einfach ist das nicht. Unsere Welt ist drauf und dran, an diesem Fleisch-Wahnsinn kaputt zu gehen. Und die Gier nach billigem Fleisch, Fisch, Käse und Eiern wächst ständig. Unser Ökosystem steht kurz vor dem Kollaps und die Qualen für Mensch und Tier verdunkeln unsere Seele immer mehr. Die Frage nach unserer Ernährung ist längst keine Frage der individuellen Entscheidung mehr nach dem Motto, „es schmeckt mir aber so gut“… Es geht um nicht weniger als um das Überleben unseres Planeten. Und es geht um wahre Menschlichkeit. Wenn ich mir so anschaue, was unsere ach so hochentwickelte Spezies unseren tierischen Mitgeschöpfen antut (oder antun lässt und dabei bequem wegschaut und so tut als wüsste sie von nichts), dann schäme ich mich, ein Mensch zu sein. Wie sollen wir da als Menschen untereinander jemals in Frieden, Respekt und Liebe miteinander umgehen und füreinander Verantwortung tragen? Wir sind grausam. Lasst uns doch wenigstens da, wo wir auf einfache Art und Weise Einfluss nehmen können, etwas zum Positiven verändern. Durch bewusstere Ernährung und bewussteren Konsum können wir ganz konkret ganz viel tun.

Ich bin so ziemlich das Gegenteil eines disziplinierten Menschen. Was ich schaffe, das schafft jeder andere mit Leichtigkeit. Du musst es nur tun. Und du musst dein Herz öffnen um zu erkennen was richtig und falsch ist. Du musst dich vom Unrecht und Leid berühren lassen und du musst die Erkenntnis der Liebe in die Tat umsetzen. Das ist alles! Tu’s einfach, sei nicht bequem. Tu’s dir, deinen Kindern, den Tieren, deinen Mitmenschen und Mutter Erde zuliebe. Sei konsequent!  Fang JETZT an! Je mehr wir werden, umso einfacher wird’s für alle.

Es gibt mittlerweile so viele tolle vegane Kochbücher. Lass dich doch mal inspirieren. Alle veganen Rezepte, inklusive Desserts und Kuchen, die ich bisher nachgekocht und –gebacken habe, waren einfach nur phänomenal! Allerdings muss ich auch sagen, dass der häufige Verzehr von hochverarbeiteten Tofuprodukten und Fleischersatz auf Glutenbasis (Saitan), der in der veganen Szene leider sehr verbreitet ist, sicherlich auch keine gesunde Alternative zu Fleisch darstellt. Für mich wird jedenfalls die Umstellung auch mehr und mehr zu einer Rückkehr zur Einfachheit. Es gibt doch nichts Besseres als frisches, saisonales Gemüse, einfach nur gedünstet mit leckeren Kräutern und Gewürzen, oder frisches Obst, Nüsse, Sprossen etc. Das Einfache ist gut und gesund! Und schmeckt am besten. Meiner Meinung nach ist das, was wir anstreben sollten, eine vegane biologische, saisonale und möglichst regionale Küche mit einem hohen Anteil an Rohkost. Das ist echte Licht- und Friedensnahrung für Körper, Geist und Seele.

Und noch etwas: Eines der liebsten Argumente, mit dem Allesesser uns Veganer treffen wollen, ist der Vorwurf, wir wären genussfeindlich. Naja, zunächst mal muss ich sagen, es gibt offensichtlich unterschiedliche Definitionen von Genuss. Wer es bei voller Bewusstheit wirklich als Genuss empfindet, bereits verwesende Leichenteile zu essen (der Gourmet bezeichnet das dann als mürbes, gut abgehangenes Fleisch) und Tierbabys ihre mit artspezifischen Wachstumshormonen versetzte Milch wegzutrinken, bitteschön! Aber ich muss sagen, die meisten Vegetarier und Veganer, die ich kenne, strahlen mehr Schönheit, Freude, Vitalität und Sinnlichkeit aus, als die Mehrzahl der Fleischesser. Und wer in einer hohen, lichtvollen Schwingung ist, hat sicher mehr Power, Liebe zu machen und sich den fleischlichen Genüssen im Schlafzimmer (und an anderen schönen Orten) statt im Esszimmer hinzugeben! 😉 Spätestens ab vierzig beginnt man einem Menschen meiner Meinung nach sehr deutlich anzusehen, wie er sich ernährt (hat). Aber glücklicherweise ist eine Umkehr nie zu spät, und der Körper kann sich schnell von seiner Zivilisatose erholen und regenerieren.

Ein weiteres beliebtes Argument lautet: „Aber da muss man ja auf so viel verzichten, was kann man denn da überhaupt noch essen?“ Ich weiß nicht, ob die Frage wirklich ernst gemeint ist??? Aber selbst im größten Metzgergeschäft wirst du nicht die Fülle vorfinden, die die Natur uns an unterschiedlichem Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Nüssen, Kräutern (wir dürfen das Wort „Unkraut“ aus unserem Wortschatz streichen) und Beeren zu bieten hat! Und die Angst vor dem Verzicht verfliegt schnell angesichts der Fülle, die dich bei dieser Ernährung erwartet – und angesichts des Wohlbefindens, das sich schon nach kurzer Zeit einstellt. Anfangs zweifelte ich auch noch ein bisschen, wenn ich an Kässpätzle oder Schafskäse oder Spaghetti mit Parmesan oder Gorgonzolasoße oder ein Sonntags-Frühstücksei dachte. Aber jetzt sehe ich nur noch den Gewinn und die „Befreiung“. Ich verzichte auf NICHTS, ich habe sooo viel gewonnen. Und das nach sechs Wochen! Ich denke, das ist genauso wie mit der Treue in einer Liebesbeziehung. Wenn du deinen Seelenpartner gefunden hast und ihr auf allen Ebenen in Liebe miteinander verbunden seid, dann stellt Treue keinen Verzicht, keine Einschränkung und keine Herausforderung mehr dar. Dann ist Treue ein natürlicher, glückseliger Zustand, der berauscht und beflügelt und euch immer noch tiefer zusammen bringt und der erst ekstatische Zustände ermöglicht. Es ist ein Gewinn für eure Liebe. Es fällt nichts weg, sondern es kommt ganz viel dazu – und das in vollkommener Freiheit und Leichtigkeit. Und ebenso ist die vegane Ernährung ein großer Gewinn für die Lebendigkeit, für Liebe, Weisheit, Spiritualität, Mitgefühl und Menschlichkeit.

Die (Rück?-)Besinnung auf vegane Ernährung ist ein wichtiger Teil der spirituellen Evolution. Sie ist ein Ausdruck liebender Güte, gelebten Tier- und Umweltschutzes und eines Bewusstseins, das uns alle als miteinander verbunden betrachtet. Es ist eine Möglichkeit, uns zu emanzipieren aus dem schlafenden Massenbewusstsein und auszubrechen aus einer absolut unbewussten kollektiven Übereinkunft des rücksichtslosen Konsumterrors, der Gewalt, der Ausbeutung, Gier, Verachtung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben. Eine Gelegenheit, wahrhaftig spirituell zu reifen. „Die gegenwärtige Veganismus-Bewegung (…) ist revolutionär, denn sie schwört dem gewalttätigen Kern der Viehzüchterkultur, in der wir leben, ab und überwindet ihn. (…) Sie kündigt die Geburt eines neuen Bewusstseins an, die Wiederauferstehung der Intelligenz und des Mitgefühls sowie die prinzipielle Abkehr von Grausamkeit und Herrschaftsdenken. Sie ist die einzig wahre Hoffnung für die Zukunft unserer Spezies, denn sie setzt sich mit der Wurzel des Übels auseinander. (…) Es ist schon komisch, wie wir nach tiefgreifendem Wandel rufen, ohne uns selbst verändern zu wollen! (…) Veganismus ist nach wie vor eine äußerst seltene Erscheinung, sogar bei Menschen, die sich selbst als spirituell interessiert verstehen, denn die Macht unserer frühen Sozialisierung ist schwer zu brechen. Und doch sind wir Menschen hierzu aufgerufen; andernfalls wird unsere Kultur zu nichts anderem führen als zu weiterer Zerstörung und letztlich zum Selbstmord.“ (Tuttle, Will: Ernährung und Bewusstsein)

Wenn du dich von diesem Text angegriffen oder gemaßregelt fühlst, dann sei versichert, dass das ist nicht meine Absicht ist. Aber für mich selbst war dieser Schritt zur veganen Ernährung ein solcher Quantensprung und eine solche Befreiung, dass es mich nur traurig macht, dass ich ihn nicht schon vor Jahren vollzogen habe. Wenn ich doch gewusst hätte, wie einfach es in Wirklichkeit ist… Ich hätte mir viel Leid erspart – viel innere Zerrissenheit und Heuchelei, die Illusion von Getrenntheit, und viel individuelles und kollektives verdrängtes Schuldgefühl – und ich hätte vielen fühlenden Wesen und Mutter Erde Leid erspart. Aber unsere Reise ist eben ein Bewusstseinsprozess… , daher müssen wir liebevoll mit uns selbst umgehen! Und jetzt fühle ich mich einfach nur erleichtert, begeistert, so frei und so reich beschenkt – durch das was ich weglasse… komisch, oder? Das ist es, was ich dir weitergeben möchte: Kein schlechtes Gewissen oder Druck, sondern Mut und Begeisterung, aus diesem System der Folter, Zerstörung und Massenhypnose auszubrechen. Und ich danke allen meinen Freunden, die schon voraus gegangen sind und den vielen jungen Menschen da draußen, denen diese Welt und das Schicksal der Erde, ihrer Mitmenschen und ihrer tierischen und pflanzlichen Mitgeschöpfe nicht egal ist. So viele junge Menschen, die uns mit ihren kreativen und lebendigen Internet-Blogs Lust auf vegane Ernährung machen, die wundervollste Kochbücher schreiben obwohl sie gar keine Kochausbildung haben (ja, die leben aus dem Herzen!) und die uns zeigen, wie verantwortungsvolles und spirituelles Leben down-to-earth wirklich aussieht. So viele wunderbare junge Menschen, die sich einer besseren und liebevolleren und bewussteren Welt verpflichtet haben. Wie schön, dass es euch gibt!

Mach doch mit bei diesem Wandel.  Ich würde mir wünschen, dass ich dich mit meiner Begeisterung anstecken kann, es selbst einmal auszuprobieren. Versuch es nur vier Wochen, und ich bin mir ziemlich sicher, du willst nie wieder zurück! Vielleicht können wir dann gemeinsam auch andere aufwecken und durch eigenes Vorbild überzeugen. Liebe ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt im Kopf, sie zeigt sich in aktivem und engagiertem Handeln. Für die Kinder dieser Welt, für das Tier- und Menschenrecht auf Würde, Selbstbestimmung und Leben, für ein friedlicheres Miteinander, für eine gesunde Erde, für die Achtsamkeit, für die Wiedererinnerung der Einheit allen Seins, für das Erwachen!

Lokah samasta sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein!

PEACE & LOVE. We are one world, one love!
Deine Christine Samira

 

Als Literatur kann ich dir empfehlen:
– Tuttle, Will: Ernährung und Bewusstsein. Warum das, was wir essen, die Welt nachhaltig beeinflusst. (Sehr, sehr, sehr empfehlenswert, wenn du mehr über die Auswirkungen des Fleisch-, Fisch-, Milch- und Eierkonsums für dich, die Tiere und das Ökosystem erfahren willst! Dieses Buch sollte jeder lesen, der Essen zu sich nimmt! 😉 Das Buch ist sehr provokativ und nimmt kein Blatt vor den Mund, ist aber dennoch ganz spürbar aus einem liebenden Herzen heraus geschrieben.)
– Dahlke, Rüdiger: Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt.
– Sezgin, Hilal: Artgerecht ist nur die Freiheit: Eine Ethik für Tiere oder warum wir umdenken müssen.

Und hier ein paar youtube-Videos, die dir vielleicht helfen:
– Nie wieder Fleisch! Arte-Dokumentation: http://www.youtube.com/watch?v=MQDozUfoinc
– Meet your meat (englisch): https://www.youtube.com/watch?v=sZs1vodBxP0. Für die deutsche Version muss man sich mit Altersangabe anmelden: http://www.youtube.com/watch?v=IUA5JxOOa2Y Schon gefährlich, wenn unsere Teenies mal sehen, wo ihr Schnitzel und ihre Würstchen herkommen… Aber Hauptsache, unsere Kinder kommen ungehindert an Pornos, Gewalt- und Hetzvideos ran… und an Werbung…
– Das Klagen der Kühe – ein kritischer Film über die Milchwirtschaft: http://www.youtube.com/watch?v=RMAIz5dwCuU
– Bis zum letzten Fang – Das Geschäft mit dem Fisch: https://www.youtube.com/watch?v=GBfR1_w67rc
– Earthlings (Erdlinge) – Ein eindringlicher Film über unseren Umgang mit Tieren: http://www.youtube.com/watch?v=eHsTeiQdn8E (englisch mit deutschem Untertitel)
– Wir essen nur Pflanzen – Vegan leben in Berlin: http://www.youtube.com/watch?v=EvsoxrlHdBE

– Und noch 2 schöne Songs gegen den Fleischwahnsinn und Tierquälerei:
– Eine Million: http://www.youtube.com/watch?v=ZnsfT-Du76I
– 10.000 Tränen: http://www.youtube.com/watch?v=IS_mantk3tA

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Wer mehr Bewusstheit, Licht und Liebe in sein Leben bringen will, wird unweigerlich mit seinen Schatten konfrontiert. Das erwachende Bewusstsein ist wie ein Scheinwerferlicht, das das Dunkel in uns gnadenlos ins Blickfeld rückt und an die Oberfläche holt. Das macht oft Angst. Wir wollen den Weg des Lichts und der Liebe gehen, und statt dessen scheint es so, als würde das Schlimmste und Widerlichste in uns wachgerufen. Doch genau dies ist die Chance, die die Liebe uns bietet. Sie bringt ins Bewusstsein, was noch der Heilung in uns bedarf: Neid, Hass, Eifersucht, Geiz, Wut, Gier, Gewalt, Verurteilung, usw. Der höchste Zweck der Liebe ist es, zu integrieren, ganz zu machen, sich selbst zu erkennen. Erst wenn wir den Mut haben, die Schatten in uns anzuerkennen und in Liebe anzunehmen, dann verlieren sie ihre Macht über uns. Sie sind (nur) ein Teil von uns. Und sie sind der Teil von uns, der nicht in der Liebe ist. Wir können sie nur heilen, indem wir sie mit den Augen der Liebe erfassen. Sie entstammen unserer Identifikation mit der Materie, und nicht unserem heiligen, göttlichen Selbst.

Da wir gewählt haben, uns als geistige Wesen in der Welt der Materie und der Polarität zu erfahren, tragen wir alle einen Teil in uns, der die Nicht-Liebe ist. Es ist das Kleid des Vergessens, des Ego und der Angst, das sich über unsere lichtvolle Seele gelegt hat. Ein Kleid, gewoben aus Erfahrungen des Leids und der Getrenntheit, die wir in diesem und in vergangenen Leben gesammelt haben.

Viele spirituell Suchende begehen den Fehler, ihr ganzes Sein in ein rosarotes Wölkchen von Licht und Liebe zu hüllen. Unter der Oberfläche aber brodelt es gewaltig. Wer nicht der Lieblosigkeit in sich selbst ins Auge geschaut hat – und immer wieder schaut -, kann nie wirklich frei werden. Wer nicht JA gesagt hat zu seinen niedersten Gefühlen und sie in Liebe heilt, wird nie ganz und in der Einheit sein. Die Liebe lässt sich nur erfahren, indem wir die Nicht-Liebe anerkennen – beides sind die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Wenn du das eine leugnest und ablehnst, lehnst du auch das andere ab.

In meiner Praxis erlebe ich es oft, dass Menschen wahnsinnige Angst davor haben, ihre Schatten anzuschauen. Warum sollten sie sich mit diesem Gefühl verbinden, das sie doch so verabscheuen und einfach nur loswerden wollen? Und dann noch in Liebe annehmen? Wie soll das denn gehen? Das „Böse“ und „Schlechte“, das ich in anderen so gern verurteile, in mir selbst zu finden, hat etwas sehr schmerzliches an sich – aber es ist der Weg in die Heilung; der einzige!

Vielleicht hilft es dir bei der Auseinandersetzung mit deiner Dunkelheit, dir bewusst zu machen, dass es sich bei deinen Schatten eben nicht um etwas immanent Böses, Schlechtes handelt, sondern um Verletzungen deiner Seele. Stell dir einen verwundeten Wolf vor, der  blutend, geschwächt und ängstlich durch den Wald streift. Sobald sich ein anderes Tier oder ein Mensch nähert, wird dieser Wolf anfangen die Zähne zu fletschen, zu knurren, aggressiv zu werden und um sich zu beißen. Er tut das nicht, weil er aus sich selbst heraus böse ist, sondern weil er verletzt ist und Angst hat. Er hat Angst davor, das andere Tier könnte seine Verletzung erkennen, ihn angreifen oder gar töten. Genauso tun wir es auch. Wir sind alle zutiefst verletzte Wesen, die aus Schutz vor weiteren Angriffen blind um sich schlagen. Laß dein Mitgefühl fließen und erkenne, dass dein Neid, deine Verurteilungen, dein Hass, dein Geiz nur Reaktionen auf die Verletzungen deiner Seele sind, und deiner Angst und deiner Illusion der Getrenntheit entspringen. Nimm dir Zeit, deine Verletzungen anzuschauen. Oder suche dir einen Begleiter, der sich deinen Wunden in Liebe zuwendet und dir hilft, dein Herz für Erkenntnis, Annahme und (Selbst-)Vergebung zu öffnen.

Solange wir Anstoß nehmen an bestimmten Verhaltensweisen unserer Mitmenschen, haben wir den entsprechenden Schatten in uns selbst noch nicht geheilt. Alles, womit wir im Außen im Unfrieden sind, ist in uns selbst noch im Unfrieden. Schäme dich nicht für das Dunkle in dir. Es ist in allen von uns. Heil werden und das Dunkel transformieren kann aber nur derjenige, der sich ihm ehrlich und mutig zuwendet und es annimmt. Die Liebe ist das Licht, das dir dabei den Weg durch die Dunkelheit weist.

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Fühlst du dich wohl in deiner Haut? Liebst du dich, so wie du bist? Bist du im Vertrauen, dass du genau die Fähigkeiten hast, um dein ureigenes Licht zum Leuchten zu bringen? Oder vergleichst du dich oft mit anderen? Wieviel begabter, schöner, spiritueller, charismatischer, gebildeter als ich ist doch der andere. Wenn ich doch nur genau dieselben Fähigkeit hätte wie diese oder jene Person, dann… Wenn ich doch auch so schön wäre, wie die andere, dann… Wenn ich genauso gut Geige spielen könnte wie XY, dann… Wenn ich doch nur ein/e andere/r wäre, als ich bin….

Bei meiner letzten schamanischen Reise wurde mir auf schmerzliche Art und Weise vor Augen geführt, wie sehr wir uns selbst verletzen und zerstören, indem wir uns mit anderen vergleichen, uns verurteilen und abwerten. Es ist nicht nur ein Angriff gegen unseren Körper und unsere Seele, nein, wir verletzen damit jedes lebende Wesen in seiner Würde und Großartigkeit, und letztendlich sogar das Göttliche selbst. Es ist ein Affront gegen die universelle Liebe und gegen die Ordnung des Universums. Jeder Mensch ist einzigartig und genau richtig und gut so wie er ist. Jeder bringt genau das mit, was er braucht, um seinen Platz auszufüllen und seinen Beitrag zu leisten um die Liebe in der Welt zu vermehren. Wenn es mich und dich in unserer Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit nicht gäbe, würde die ganze Welt aus den Fugen geraten. Wir müssen nur den Mut finden, zu uns selbst zu stehen und unser Potenzial zu entfalten.

Eine liebe und weise Freundin hat mir einmal mit einem sehr lebensnahen Beispiel gezeigt, was ich da eigentlich tue, als ich mich in Selbstzweifel gestürzt und beklagt habe, dass andere doch viel größere und einzigartigere Fähigkeiten besäßen als ich, und dass ich deswegen doch gar nicht erst anfangen bräuchte, andere zu heilen und zu beraten. „Wenn ich doch auch nur  das und das könnte, was die kann, ja dann…“. Sie eilte in die Küche und kam mit einer Zitrone und einer Banane wieder, die sie mir jeweils in eine Hand drückte. Mir war sofort klar, was für einen Unsinn ich mit meinem Vergleichen und Anders-sein-wollen begangen hatte. Würde es der Banane jemals einfallen, eine Zitrone sein zu wollen? Würde die Zitrone jemals an ihrer Richtigkeit zweifeln, nur weil sie anders aussieht und schmeckt als die Banane? Und: würde es überhaupt einen Sinn ergeben, denn wie sollte jemals aus einer Banane eine Zitrone werden können und umgekehrt… Statt dessen erfreuen wir uns doch gerade an der Einzigartigkeit jeder Frucht. Wir lieben die Säure und Frische der Zitrone und erfreuen uns an der Weichheit und Süße der Banane. Keine ist besser oder schlechter als die andere, keine mehr oder weniger wert. Jede ist auf ihre Weise, so wie sie ist, genau richtig.

Das ewige Vergleichen ist ein Spiel unseres Ego, das uns von unserem Weg der Einheit und der Selbstfindung abbringt. Mal fühlen wir uns anderen überlegen und brechen den Stab über ihnen, dann wieder fühlen wir uns im Vergleich mit anderen klein und ungenügend. Hinter beiden Verhaltensweisen steckt die Angst, dass wir so wie wir sind, nicht liebenswert sind. Mal richtet sich der Angriff nach außen, mal gegen uns selbst. Letztendlich verletzen wir aber immer uns und den anderen. Wenn wir doch alle vollkommen Seelen sind, wie sollte ein Mensch besser oder mehr wert sein als ein anderer?

Eine Zeit lang habe ich mich mit Mosaikkunst beschäftigt. Es ist unglaublich spannend, wie aus vielen kleinen Bruchstücken plötzlich ein großes Ganzes wird. Da gibt es große und kleine Teilchen, rundliche und eckige, symmetrische und völlig „windschiefe“. Bei so manchem Teil erscheint es einem absolut rätselhaft, wie es jemals in dem Kunstwerk seinen Platz finden sollte, ja, man ist sogar im ersten Moment versucht, es gleich weg zu werfen Aber siehe da: immer entsteht irgendwo eine Lücke, in die nur genau dieses eine Mosaikstückchen hinein zu passen scheint. Wenn man dann das fertige Kunstwerk vor sich hat, kommt es einem wie ein Wunder vor: aus vielen einzelnen, völlig unterschiedlichen Teilen ist etwas Neues, Ganzes geworden und es scheint, als wäre jedes Teil genau für seinen Platz vorherbestimmt gewesen. Würde nur ein Mosaikstückchen fehlen oder würde es nur ein klein bisschen anders aussehen, wäre das Gesamtkunstwerk nicht mehr perfekt. Was für ein schönes Sinnbild für das Leben: Wir empfinden uns als kleine unvollkommene Bruchstückchen, und doch sind wir, genau so wie wir sind, ein wichtiger, unersetzlicher Teil des großen Ganzen. Nur wenn wir die anderen und uns selbst in unserer Einzigartigkeit wertschätzen, fördern und lieben, erhält auch das Ganze seinen Wert und seine Vollkommenheit.

Das „große Ganze“ ist der Ozean der bedingungslosen Liebe, dessen Teil wir sind. Wir sollten uns selbst nicht die Liebe entziehen, uns verurteilen und abwerten, nur weil wir das große Ganze nicht überblicken können. Wir sind ein Tropfen im Ozean und gleichzeitig sind wir der Ozean selbst. Wir sind ein kleines Fragment der Liebe und gleichzeitig sind wir die allumfassende, vollkommene Liebe.

Wir sind es so sehr gewohnt, uns selbst zu vergleichen, zu verurteilen, abzuwerten und zu verletzen, dass wir den Schmerz darüber oft gar nicht mehr spüren. Wir hassen uns unbewusst, und sind überzeugt davon, es wäre völlig in Ordnung uns zu hassen, denn wir sind ja nicht richtig und liebenswert so wie wir sind. Oder wir hassen und verurteilen andere, was auch nur ein verschleierter Akt von Selbstablehnung ist. Spüre den Schmerz, die Trauer und das Leid, das du dir durch dein Vergleichen und Verurteilen zufügst. Fühle, was du dir all die Jahre angetan hast und immer noch antust. Und in deinem tiefsten Schmerz öffne dein Herz für dich selbst und für dein So-Sein. Erkenne, dass du genau so gewollt bist, wie du bist. Erkenne, was für ein wunderbares und wertvolles Wesen du bist, welcher Schatz in dir verborgen ist. Du musst dich nicht bemühen, irgendetwas oder irgendwie zu werden, du hast bereits alles in dir und du BIST absolut in Ordnung so wie du bist!

Ich liebe mich und ich liebe dich als das „windschiefe“ Bruchstück, das wir sind, und als das vollkommene Ganze, das wir ebenfalls sind. Wir sind zwei individuelle Wesen, die man nicht miteinander vergleichen kann, jeder von uns hütet seinen eigenen Schatz und seine eigene Medizin. Ich nehme meinen Platz ein, und du nimmst deinen ein. Es ist wunderbar, dass ich so bin wie ich bin, und es ist wunderbar, dass du so bist wie du bist! Was wäre die Welt ohne dich und ohne mich! Schön, dass es uns gibt!

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