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Archive for September 2012

Ein Gedicht, das mich immer wieder bewegt, ist „Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte“ von dem argentinischen Autor Jorge Luis Borges. Hier möchte ich es gern mit euch teilen:

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen,
mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht mehr so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.
Ich wäre ein bisschen verrückter,
als ich ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente
der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur noch gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weisst, aus diesen
besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken; vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt
und ich weiss, dass
ich bald sterben werde.“

Das Leben bietet uns so unendlich viele wertvolle Augenblicke. Wie viele lassen wir achtlos vorüberziehen. Vor lauter Verpflichtungen und Ängsten und Zwängen verpassen wir das Leben – das einfache SEIN im Hier und Jetzt. Doch am Ende unseres Lebens werden wir uns nicht mehr an die Überstunden im Büro erinnern, auch nicht an unsere Sorgen oder an unser Bankkonto. Das was unser Herz reich macht, sind die Momente der Liebe und der Hingabe ans Leben: Nacktbaden im Mondschein, eine spontane Reise ohne Sinn und Ziel, ausgelassene Momente des Lachens und der Lust, eine tiefe Begegnung mit einem fremden Menschen, ein Wagnis, das uns über unsere eigenen Grenzen gehen hat lassen. Doch in dem Maße, wie wir Angst vor dem Tod haben, fürchten wir uns auch vor dem Leben. Leider wird uns oft zu spät bewusst, was wirklich wichtig ist.

Was möchtest du gern leben? Worum täte es dir leid, wenn du morgen gehen müsstest?

Mir täte es leid um jedes Herzensprojekt, das ich mich nicht getraut habe umzusetzen, um jedes Gefühl der Begeisterung und Liebe, das ich nicht habe fließen lassen; es täte mir leid um jede ungenutzte Gelegenheit, meinen Geliebten zu küssen; um jeden Sommertag, an dem ich mir nicht die Sonne auf die Nase habe scheinen lassen; es täte mir leid um jeden Menschen, dem ich kein Lächeln geschenkt habe, um jedes Kind, dem ich nicht zärtlich übers Haar gestreichelt habe; es täte mir leid um jede Blume, deren Geruch ich nicht wahrgenommen habe und um jede Schneeballschlacht, der ich aus dem Weg gegangen bin. Um jeden Tanz, den ich nicht getanzt und jedes Lied, das ich nicht gesungen habe.

Es täte mir leid um die unzähligen wertvollen kleinen Augenblicke, in denen ich nicht präsent war und in denen ich meine Lebensfreude und mein Seelenpotenzial zurückgehalten habe. Das Leben findet nur im Hier und Jetzt statt – weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Jeder einzelne Tag, jeder Moment ist so reich und so wunderbar! In jedem winzigen Augenblick entfaltet sich das ganze Universum vor deinen Füßen!

Ich will das Leben bewusst erleben in jeder Sekunde. Ich will mutig JA sagen zu allem was ist. Ich will meine Gefühle frei fließen lassen und den Impulsen meines Herzens folgen. Willst du das auch? Dann sollten wir uns daran immer wieder gegenseitig erinnern – denn nur so wird aus der puren Existenz ein intensiv gelebtes und erlebtes Leben. Und dann werden wir am Ende mit einem dankbaren und überfließenden Herzen loslassen können, denn es gibt nichts, worum es uns leid tun müsste. Lass uns das Leben lieben und umarmen in seiner ganzen Fülle! Selbst wenn du morgen sterben müsstest – es ist nie zu spät! Fang jetzt damit an!

„Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.“ Wilhelm Busch

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In den meisten meiner Coachings und spirituellen Beratungssitzungen kommen wir früher oder später auf das Thema „Sicherheit“  zu sprechen. Menschen haben Träume und Visionen, halten aber aus Angst am Alten fest und trauen sich nicht, ihre Ideale zu verwirklichen. Aus Angst vor dem Unbekannten, vor Veränderung, vor Mißerfolg, vor finanziellen Abstrichen und sozialer Ausgrenzung. Und letztendlich aus Angst vor der eigenen Großartigkeit: „Unsere tiefste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere tiefste Angst ist, dass wir grenzenlos machtvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das wir am meisten fürchten“, schreibt Marianne Williamson in ihrem Buch „Return to love“.

Wir müssen uns bewusst werden, dass es keine Sicherheit außerhalb von uns selbst gibt. Nur wenn wir mit unserem Herzen verbunden sind und der Stimme unseres Herzens folgen, sind wir wirklich sicher. Weder andere Menschen, noch Besitz, Status, Gewohnheiten, Arbeitgeber oder der Staat können uns wirkliche Sicherheit schenken. Statt dessen gaukeln sie uns eine Pseudo-Sicherheit vor, die oft auf Kosten von wirklicher Lebensfreude und Erfüllung geht. Eine Sicherheit – geboren aus unserem angstbesetzten Ego -, die einengt, statt frei zu machen.

Wer aber den Mut hat, den Weg des Herzens zu gehen, wird sich nie verirren können. Unser Herz kennt den Weg. Es kennt unser Potenzial, unser Licht – das Einzigartige, das jeder von uns in die Welt bringen kann und darf. Was für eine größere Sicherheit könnte es geben, als einfach nur das zu sein, was wir sind; als dem Ruf unseres Herzens zu folgen und das zu tun, was uns wirkliche Freude bereitet, was uns begeistert. Wie Marianne Williamson weiter schreibt: „Wenn wir unser eigenes Licht erstrahlen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere“.

Lass los, was dich nicht glücklich macht und vertraue der Sicherheit deines Herzens und deiner inneren Stimme. Vertraue darauf, dass du alles in dir hast, um gesund, erfolgreich, frei und erfüllt zu sein, und lass das Lied deines Herzens erklingen. Hab den Mut, der oder die zu sein, der/die du bist. Dann bist du sicher – es kann dir nie etwas passieren!

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Wo?

Immer auf der Suche nach dir!
Wer bist du, wo bist du?

Kleines Mädchen auf der Wiese
still, verträumt, mit wehendem Haar
die Hände voll Blumen.
Wem willst du sie schenken, warum?

Schöne Frau mit zu roten Lippen
lachend, tanzend, mit wehendem Haar
die Augen voll Sehnsucht.
Wen willst du verführen, warum?

Das Rufen so laut, doch niemand kann’s hören.
Flehende Blicke, die niemand berühren.
Das Herz so erschöpft, doch niemand kann’s nähren.

Du musst doch hier sein – irgendwo
kann dich spür’n durch das Dunkel des Nichts.
Oder bist du am Ende nur
ein Dämon, der meine Seele betrügt?

Immer auf der Suche nach dir!
Wer bist du, wo bist du?

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