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Wie schön ist das, im Außen einen Zufluchtsort zu haben, an dem man sich geborgen, geliebt und sicher fühlt. Einen Ort, an dem man auftanken, die Seele baumeln lassen, und einfach so sein darf, wie man ist – ohne Maske, ohne Plan und Ziel, ohne Druck. Solch einen warmen Ort der Geborgenheit wünsche ich jedem Menschen aus tiefstem Herzen. Wie grausam muten im Gegensatz dazu die Bilder von vielen Tausenden Flüchtlingen an, die nichts mehr besitzen und nicht wissen wohin, oder von Notunterkünften, die oft gerade mal das blanke Überleben sichern – weit entfernt von einem wirklichen Zu-fluchts-ort…

Wie tröstlich, dass wir alle auch so einen Platz IN UNS haben. Nur ist auch dieser Ort bei vielen Menschen alles andere als ein Ort der Kraft, der Freiheit und der Inspiration.

Ohne Zweifel, wir leben in turbulenten Zeiten! Viele von uns sind mit Armut, Krankheit, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit und Einsamkeit konfrontiert. Allzu oft nehmen wir in unserer Not Zuflucht zu einem Ort im Inneren, der uns altbekannt ist: Wir ziehen uns in die Verzweiflung, die Mutlosigkeit, die Trauer, den Sarkasmus und die Opferrolle zurück. Ich habe größten Respekt und Achtung vor dem Schicksal eines jeden Menschen und kann den scheinbar unüberwindlichen Schmerz und die Opfergefühle aus tiefstem Herzen nachvollziehen, die schwierige Lebenssituationen mit sich bringen. Doch wenn wir ehrlich sind, hat es uns noch nie weiter geholfen, zu resignieren und uns selbst zu bemitleiden. Wenn wir den Zufluchtsort des Selbstmitleids und der Resignation aufsuchen, den wir uns vor langer, langer Zeit gemütlich eingerichtet haben, dann hat unser Monkey Mind – unser ruheloser, verwirrter Geist – gesiegt, der alles dafür tut, das Altbekannte zu bewahren und uns im Schmerz und in der Illusion zu halten. Oftmals scheint das Leid, so übermächtig es auch ist, immer noch besser und sicherer, als das Neue, Unbekannte, das jenseits des Dramas wartet.

Sich im Leid und in der Verzweiflung zu vergraben, hat ja auch etwas Tröstliches an sich. „Opfer“ brauchen weder Angriff noch Herausforderungen zu befürchten. Sie bekommen Aufmerksamkeit, Mitleid und Trost. Doch diese Geschenke sind Almosen im Vergleich zu dem was du dir schenkst, wenn du dich selbst ermutigst, dich selbst liebst und ermächtigst, wenn du aufstehst in deine wahre Größe und vom Opfer zum Schöpfer wirst. Der erste Schritt dabei ist immer, die eigene Verantwortung anzuerkennen – nicht im Sinne von Schuld, sondern gerade im Gegenteil im Sinne von tiefer (Selbst-)Vergebung und Mitgefühl. In dem Moment, in dem du begreifst, dass du deine eigene Geschichte schreibst, hast du die Möglichkeit, dich selbst zu befreien.

Wie also könnte deine kraftvolle Zuflucht aussehen? Beobachte deine Gedanken und stoppe sofort jeden inneren Monolog, der dich klein macht und der deine Mangelgefühle und deine Unzufriedenheit nährt. Übe dich dagegen beständig in neuen Gedankenmustern, in denen du dir bestätigst, wie viel du schon geschafft hast, mit welchen Gaben du gesegnet und wie großartig du bist. Erkenne alles an, was dein Leben reich macht und wofür du dankbar bist. Nimm Zuflucht zu deinem wahren, strahlenden, glücklichen und heilen Selbst. Das ist keine Illusion. Das bist du!

„Ich bin genug“ – ist wohl für uns alle eine der heilsamsten Wahrheiten, in die wir eintauchen können. Als Babys kennen wir keinen Selbstzweifel. Wir lieben es, im Mittelpunkt zu stehen, Aufmerksamkeit zu bekommen und angeschaut zu werden. Wir wissen, dass wir lebens- und liebenswert sind, einfach nur weil wir da sind. Wir haben Freude daran, uns zu zeigen und sind auf eine ganz und gar unprätentiöse Art stolz auf das, was uns ausmacht und was wir tagtäglich lernen und erreichen. Doch leider machen wir irgendwann die bittere Erfahrung, nicht zu genügen: Wir erleben, dass Eltern und Lehrer Erwartungen an uns haben, die wir nicht erfüllen können (oder wollen), wir erzielen schlechtere Leistungen als unsere Klassenkameraden, wir entdecken im Vergleich zu unseren Lieblingsstars jede Menge körperlicher „Makel“, und werden aufgrund unserer Eigenarten kritisiert und zurückgewiesen. Der Zweifel an uns selbst und an unserem Wert ist dann schon tief in unser Sein eingesunken. Wir werden unsicher, bekommen Angst uns zu zeigen und opfern uns selbst um geliebt zu werden. Doch da unser Wissen um das „Ich bin genug“ unsere wahre Essenz ist, können wir es jederzeit wieder reaktivieren. „Ich bin genug“ ist unser sicherer Hafen, der wichtigste Zufluchtsort, was auch immer in unserem Leben geschieht.

Vielleicht magst du auch Zuflucht in eine tägliche meditative Praxis nehmen? Such dir ein schönes, erhebendes Mantra, das du täglich rezitierst. Oder du gehst in die Stille deines Herzens und lauscht dem Frieden in dir. Oder du praktizierst eine Yogasequenz, die dich stärkt und in deine Mitte bringt. Oder du tanzt auf deine Lieblingsmusik und lässt dich von innen heraus bewegen. Was auch immer dich inspiriert, dich frei, selbst-bewusst und friedlich fühlen lässt, weist dir den Weg in deinen wahren inneren Zufluchtsort.

„Zuflucht“ ist auch ein wichtiger Begriff im Buddhismus. Ein spirituelles Leben ist demnach gekennzeichnet durch die Zufluchtnahme zu den 3 Juwelen: zu Buddha, zu seiner Lehre und zur Gemeinschaft. „Zuflucht basiert auf der Erkenntnis und Anerkennung der Möglichkeit, dass jedes Lebewesen das Potential und die Möglichkeit besitzt, sich vollständig vom Leid zu befreien und dass es Wesen gibt, die das erreicht haben und einen selbst auf dem Weg dahin unterstützen. Den Weg geht man aber letztlich selbst, es kann einem von niemandem abgenommen werden. Jeder trägt die volle Verantwortung für den eigenen Weg.“ (Quelle: wikipedia)

Was ist das Gegenteil von Flucht? Ankommen? Vielleicht sollten wir den Zufluchtsort lieber Ankommensort nennen? Tatsächlich dient er uns zunächst als eine Möglichkeit der Flucht aus einem feindlichen Umfeld oder schwierigen Lebenssituationen. Aber wir sollten uns nicht verstecken und einigeln an diesem Ort. Es gibt keinen Grund, uns aus dem Leben zurück zu ziehen. Stattdessen sollten wir vielmehr ankommen in unserer wahren Kraft und aus dieser unermesslichen Kraft heraus unser Potential entfalten.

Flucht macht uns zu Getriebenen, zu Opfern der äußeren Umstände. Wenn wir Zuflucht finden, sind wir zwar erst einmal in Sicherheit, können durchatmen, sind aber immer noch Flüchtlinge. Ankommen aber ist ein Akt der Selbstbestimmung und Ermächtigung. Was würde das für einen Unterscheid machen, wenn wir statt von Flüchtlingen von Angekommenen sprechen würden?

Also finde deinen Ankommensort und erobere von dort aus jeden beliebigen Ort in Zeit und Raum und jenseits davon. Du hast den Willen, die Fähigkeit und das Recht dazu!

Lokah samastah sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein!

Deine
Christine Samira Ruhland

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Wenn wir wach durch’s Leben gehen würden, wären wir erstaunt, wie viele Gelegenheiten zur Heilung wir tagtäglich geboten bekommen. Wir sind einfach blind für die Möglichkeiten der Transformation, weil wir nie wirklich bewusst sind, und nie bei uns sind. Wir schlafen – und das mit offenen Augen! Jede einzelne Gefühlsregung, die wir empfinden, könnte uns zur Meditation werden und uns verwandeln. Doch eine komische menschliche Gewohnheit stellt uns hier immer wieder ein Bein: die Projektion.

Projektion heißt nichts anderes, als dass wir die Quelle für unsere Gefühle im Außen suchen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Liebe handelt oder um vermeintlich „negative“ Gefühle wie Wut, Gier und Hass: Der andere macht mich durch sein Verhalten wütend, und der andere ist es auch, der mir Gefühle der Liebe macht. So scheint es auf den ersten Blick. Doch ist das wirklich die Wahrheit?

Es mag sein, dass ein anderer durch sein Verhalten die Wut in dir antriggert, aber es ist und bleibt deine Wut. Wenn du keine Wut in dir hättest, könnte kein Mensch der Welt dich wütend „machen“. Du würdest reines Mitgefühl empfinden oder könntest das Verhalten dieses Menschen vollkommen neutral sehen, aber nein, es macht dich wütend. Wo ist nun die Quelle dieser Wut – in dir oder im anderen? Genauso verhält es sich mit der Liebe. Du siehst deinen Geliebten als die Quelle deiner Liebe. Er ist es, der dieses warme Gefühl in dir verursacht und dein Herz überfließen lässt. Aber ist das tatsächlich so? Nein! Die Tiefe und Wahrhaftigkeit, mit der du liebst, hat viel mehr mir dir selbst zu tun als mit deinem Geliebten. Die Liebe kommt nicht vom anderen, sie ist in DIR! Indem du deinen Geliebten zur Quelle deiner Liebe machst, machst du dich abhängig und verletzlich. Diese Sichtweise macht die Liebe zur Gefahr. Es ist gefährlich, dein Herz zu öffnen und zu lieben, denn wenn der andere sich aus dem Staub macht, dann ist all deine Liebe weg. Dann hat er dich betrogen, hat dir die Liebe gestohlen. Ohne ihn bleibt dir nichts mehr. Wenn du erkennen könntest, dass du selbst die Liebe bist, die du für einen anderen empfindest, dann wäre dir mit einem Mal klar, dass du dich nur selbst verletzen kannst, indem du deine Liebe zurück hältst. Denn wenn du nicht oder nur wenig lieben kannst, dann hat auch das nichts mit dem anderen zu tun, sondern dann bist du es, der sich selbst von der Liebe abschneidet. Je mehr du lieben kannst, umso mehr vergrößert sich die Liebe in DIR, nicht im anderen. Was auch immer passiert, du weißt, dass der andere dir nie etwas wegnehmen kann, die Liebe in dir bleibt.

Wie können nun unsere Gefühle uns zum Weg der Heilung werden? Sie werden zum Weg der Heilung, indem wir unsere Projektionen zurück nehmen und die Emotion transzendieren. Gewöhnlich kennen wir zwei Arten, mit Gefühlen umzugehen: wir verdrängen sie – was auf Dauer sowieso nicht geht, oder wir agieren sie im Außen aus. Im ersten Fall verletzen wir uns selbst, im zweiten Fall verletzen wir andere. Transzendieren bedeutet, über das Gefühl hinaus zu gehen. Und das können wir nur, indem wir wach sind, das Gefühl ganz bewusst wahrnehmen und es bis zu seiner Quelle zurückverfolgen – also bis tief in unser Innerstes.

Wenn du das nächste Mal wütend bist, dann verschwende keine Zeit mehr darauf, dich auf den anderen zu konzentrieren und ihm die Schuld zu geben, sondern dann sei einfach ganz wach und bewusst bei deinem Gefühl. Verfolge seine Spur immer weiter zurück bis in dein Zentrum. Wenn du an der Quelle angekommen bist, wird sich etwas verändern. Die Energie bleibt, aber sie heißt nicht mehr „Wut“ oder „Aggression“, sondern es ist reine, „unschuldige“ Energie. Und versuche dasselbe mit der Liebe. Wenn du für einen Menschen tiefe Liebe spürst, dann projiziere sie nicht nach außen auf den anderen, sondern verfolge sie ebenfalls zurück in dein Innerstes bis an ihren Ursprung. Warte, bis auch aus ihr reine Energie wird, die nicht mehr unterscheidet zwischen Liebe und Nicht-Liebe, sondern die einfach IST. So lebst du mit jedem Tag mehr ein Leben aus deiner inneren Quelle heraus.

Wenn wir den Mut haben, Projektionen und Kontrolle loszulassen, unsere Gefühle wirklich in ihrer ganzen Kraft zu spüren und sie bis an die Quelle zurück zu verfolgen, dann gibt es keine „guten“ und „schlechten“ Gefühle mehr. Jedes Gefühl ist eine Energie, der ein bestimmter Stempel aufgeprägt ist. Zurückgeführt zum Ursprung aber wird sie wieder zu reiner Energie. Destruktiv ist ein Gefühl nur, wenn wir unbewusst, nicht anwesend sind, und dann ist es gleich, ob es sich um Liebe oder um Hass handelt.

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