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Posts Tagged ‘Menschsein’

DU bist die wichtigste Person in deinem Leben. Die Art und Weise, wie du über dich denkst, wie du dich fühlst, wie du dich in Relation zu anderen siehst, wie du die Welt begreifst, und wie du mit dir umgehst, bestimmt dein Leben in jeder Hinsicht.

Alles beginnt mit dir! Du bist das Herz deines Universums. Die Kraft und Energie, die von dir ausstrahlt, wirken sich auf alles um dich herum aus: auf Partnerschaft, Familie und Freundschaften, auf deine Arbeit und Finanzen, sowie auf deine Gesundheit. Wenn es dir nicht gut geht, wenn du nicht glücklich bist, wenn du dich selbst nicht leiden kannst, kannst du auch nie aus einem freien und überfließenden Herzen heraus geben. Und du kannst nie zum leuchtenden Vorbild, zum Mentor und zur reinen Quelle der Inspiration für die werden, die du liebst.

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Wer sich selbst nicht liebt, ist immer unfrei. Zu groß sind die Opfer, die man tagtäglich erbringen muss, um sich Wertschätzung, Liebe, Zärtlichkeit und Anerkennung – oder wenigstens ein bisschen Mitleid – im Außen zu ver-dienen. So verbiegen wir uns, um die Erwartungen anderer zu erfüllen, heischen auf den verrücktesten Wegen nach ein bisschen Aufmerksamkeit und Zuwendung, und ergeben uns resigniert in unser Schicksal, als ob dieses Leben gar nicht uns gehören würde.

Du kannst deine Vergangenheit nicht ändern, du kannst möglicherweise auch deine momentane Lebenssituation nicht unmittelbar umkrempeln, und es wird auch keine gute Fee kommen, die alle Lasten von dir nimmt und eine neue Welt für dich erschafft. Aber du kannst jetzt damit beginnen, dich und dein Leben anzunehmen und aus kraftvoller Selbstermächtigung heraus eine neue Zukunft kreieren.

Doch „keep calm“: Selbstliebe ist eine Lebensaufgabe, und nichts, was sich von heute auf morgen mal so einfach einstellt. Der Weg der Selbstliebe endet mit unserem letzten Atemzug. Bis dahin dürfen wir täglich lernen. Wir dürfen uns verraten und uns wiederfinden, uns lieben und dann wieder hassen, uns heute verbunden fühlen mit allem, und morgen einsam sein. Es ist ein stetiger Prozess, ein stetiges Lernen.

Die wichtigste Eigenschaft auf dem Weg der Selbstliebe ist Mitgefühl. Mitgefühl mit unserem eigenen Scheitern und Versagen. Die Spiritualität, die ich lebe und lehre, ist eine zutiefst menschenfreundliche und mitfühlende. Deswegen halte ich es für keine gute Idee, von jemandem zu erwarten, sich selbst immer bedingungslos zu lieben. Das ist – in meinen Augen – fast ein Ding der Unmöglichkeit. Wir sind Menschen, und wer Übermenschliches von einem Menschen erwartet, fördert nichts als Heuchelei. Die Religionen und die Esoterik sind voll von Heuchlern! Unaufrichtigkeit und Abspaltung von menschlichen Regungen und Gefühlen sind die größten Fallen auf dem Weg der Bewusstheit und Selbstfindung. Du wirst in deinem Leben immer wieder an Punkte kommen, an denen du dich selbst nicht magst. Wir sind unbewusst, wir machen „Fehler“, wir handeln im Affekt, wir fallen in alte Muster, wir erfahren Zurückweisung, wir sprechen schneller als wir denken, wir scheitern, wir verletzen uns und andere – und dann ist es einfach nur menschlich, wenn wir ein Problem mit uns selbst haben: Wir klagen uns an, wir fühlen uns einsam und schuldig, wir finden uns hässlich und ungenügend. Es gibt keine Beziehung ohne Reibung und ohne Kämpfe – schon gar nicht die Beziehung zu uns selbst. Doch genau diese stetige Auseinandersetzung mit uns ist es, die uns wachsen lässt.

Perfektionismus ist hier fehl am Platz! Stattdessen geht es darum, immer bewusster wahrzunehmen, welche Urteile du über dich und die Welt in jeder Sekunde deines Seins fällst. Und dich zu fragen: „Ist mir dieser Gedanke dienlich oder blockiert er mich?“

Es geht beim Thema Selbstliebe nicht so sehr um einzelne Situationen, sondern um deine Grundschwingung. Wenn du tief im Innern überzeugt bist, dass du liebenswert und richtig bist, wenn du dich selbst achtest und ehrst, dann tut es dir nichts, wenn du mal einen „schlechten Tag“ hast. Du wirst dich schnell wieder aufrichten und in deine Mitte finden. Wenn du aber tief in dir den Glauben hegst, nicht gut genug zu sein, und du dich ablehnst und überkritisch mit dir selbst bist, dann provozierst du geradezu Erfahrungen der Ablehnung, des Scheiterns und der Lieblosigkeit – und jedes dieser Erlebnisse ist wiederum Wasser auf die Mühlen deiner Selbstverachtung.

Während du das hier liest, darfst du eine Entscheidung treffen: Die Entscheidung, ob du dich selbst so annehmen und lieben magst, wie du bist, oder ob du weiter leiden willst. Und das ist eine grundsätzliche Entscheidung – für oder gegen dich selbst; für oder gegen das Leben. Wenn du die Entscheidung getroffen hast, dich selbst zu lieben, dann wirst du eine Achtsamkeit entwickeln, die dich wachrüttelt, sobald du dich wieder klein machst, dich übermäßig kritisierst und zerstörst. Das darf sein, es darf und es wird passieren. Aber dann kommt es darauf an, wie du in der Folge damit umgehst. Lässt du dich wieder zurückfallen in deinen Selbsthass, in Resignation und Ohnmacht, oder erinnerst du dich an deine wahre Essenz:

Du bist nicht dieser Körper, du bist nicht dieses Gefühl, du bist nicht dieser Gedanke. Du bist die Stille, aus der jedes Geräusch geboren wird. Du bist das ewig Seiende, die Leinwand auf der alle Erscheinungen des Lebens sich spiegeln. Letztlich gibt es nur dich und nichts weiter. Du bist in allem und alles ist in dir. Aus deinem Herzen wird der Traum der Welt geboren. Wenn du auch nur ein Fünkchen von dir selbst ablehnst, bist du im Krieg mit allem.

Du kannst nur alles lieben oder du liebst nicht!

Und das ist kein Dogma, sondern die Freiheit der Wahl, die dir in jeder Sekunde von Neuem geschenkt wird. Tausend Mal am Tag treffen wir eine Entscheidung für oder gegen die Liebe. Und wenn du dich auch nur einmal mehr selbst lieben kannst statt dich zu verurteilen, verändert das die ganze Welt! Letztlich gibt es nichts, was außerhalb von uns selbst existiert, kein „Ich“ und „Du“. Es ist das EINE Leben, das EINE Bewusstsein, das alles durchströmt und sich in unterschiedlichen Kleidern zeigt.

So sind Lektionen in Selbstliebe die essentiellsten Lektionen der Liebe überhaupt, und damit ein Turbo für das spirituelle Erwachen, denn sie schließen ALLES mit ein. Die bedingungslose Liebe zu anderen Wesen und Welten kann nur wachsen, wenn wir es ein ums andere Mal schaffen, uns selbst in unserer Begrenztheit zu umarmen – mit all unserer Grausamkeit, unseren Lügen, unserem Versagen, unseren Urteilen und unserer Pedanterie. Und wenn wir erkennen, dass alles was im anderen ist, alles was uns in der Welt begegnet – das Höchste und das Niederste –, in uns selbst existiert.

Wenn wir uns selbst lieben wollen, müssen wir bereit sein, das Menschsein zu lieben und alles anzunehmen was Menschsein einschließt.

Ich weiß, dass die Kriege, die in unserer Welt wüten, nur eine Projektion meiner eigenen Grausamkeit sind. Ich weiß, dass jedes weinende Kind, jede misshandelte Frau und jeder unterdrückte Mann nur ein Abbild meiner eigenen inneren Anteile sind. Ich weiß, dass die Zerstörung der Natur nur ein Sinnbild für die destruktive Kraft in mir ist. Ich bin ein Teil davon und so ist es ein Teil von mir. Aber ich weiß auch, dass jeder Löwenzahn, der durch den Beton bricht, ein Zeugnis meines mächtigen Potenzials ist, das ans Licht möchte. Ich weiß, dass jeder Akt der Liebe und des Mitgefühls in der Welt ein Aufflackern der grenzenlosen Liebe in meinem eigenen Herzen ist. Und ich weiß, dass jeder Tanz, der getanzt wird, ein Ausdruck meiner eigenen Lebensfreude ist.

Ich kann nicht das eine annehmen und das andere wegdrücken. Liebe bedeutet, das Verbindende im Widerspruch zu erkennen, die Einheit in der Polarität. Ich entschiede mich immer wieder dafür, mein Herz zu öffnen für ALLES was ist. Ich habe mich für die Ganzheit entschieden, für die Liebe, die auch die Nichtliebe einschließt. Und du?

Lokah samastah sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein.

Von Herzen, deine
Christine Ruhland

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