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Posts Tagged ‘Göttlichkeit’

Jetzt wo der Herbst kommt und die Ernte eingefahren wird, ist die richtige Zeit, die Fülle in uns und die Fülle, die uns umgibt, wahrzunehmen und zu segnen. Mit der Fülle ist es genauso wie mit der Dankbarkeit. Wenn du erst einmal deinen Blick und deine Aufmerksamkeit auf die Fülle ausgerichtet hast, dann erkennst du plötzlich, dass es in deinem Leben kaum etwas gibt, was nicht Fülle ist. Du erkennst, wie viel du hast, was du bereits bist und kannst. Wenn du ein anderes Gefühl hast – sich zum Beispiel unbezahlte Rechnungen stapeln, dein Konto mal wieder im Minus ist, du dich einsam fühlst oder dein letztes Projekt in der Arbeit kläglich gescheitert ist, du überzeugt bist, im Vergleich mit anderen nicht gut genug zu sein – dann liegt das nicht daran, dass da keine Fülle und kein Überfluss wäre, sondern dass du dich vom Fluss der Fülle in dir und in der Welt abschneidest.

Fülle fließt dahin, wo Freude, Begeisterung und Lebendigkeit ist. In der hinduistischen Mythologie gilt die Göttin Lakshmi als Verkörperung von Fülle, Schönheit, innerem und äußerem Reichtum und Segen. Sie beschenkt die Menschen, die sich auf das Wahre und Ewige ausrichten, die ehrlich zu sich selbst sind und sich mutig in den Fluss des Lebens stürzen. Die reinen Herzens ihre Talente und Begabungen mit Freude leben – zu ihrem eigenen höchsten Wohle und zum Segen der gesamten Schöpfung. Versuche also, dein Leben immer mehr zum Gebet zu machen, aus deinem Herzen heraus zu wirken und mehr und mehr dein eigenes Lied zu singen. Schau in die Natur – die Fülle ist immer da: Überfluss, Üppigkeit, Wachstum, Leben, Farben, Vielfalt, Pracht und Schönheit. Warum sollte es in deinem Mikrokosmos anders sein? Warum solltest ausgerechnet du Mangel leiden, einsam, hässlich und nicht richtig sein, energielos, klein und unbedeutend? Warum sollte ausgerechnet bei dir alles so schwer sein, wo doch in der Natur der winzigste Keimling sich seinen Weg durch die dicke Erdschicht bahnt und leicht und mühelos wächst? Wo jeder Baum die Rhythmen des Lebens kennt und einfach so weiß, wann es Zeit ist zu blühen, Früchte zu tragen oder sein Laub abzuwerfen. Warum also solltest ausgerechnet du so hilflos, isoliert, traurig, unbegabt und arm sein? Wenn es bei dir anders ist als in der Natur, ist das nur ein Zeichen, dass du gegen ein Naturgesetz verstößt. Dass du gegen die Stimme deines Herzens und gegen den Fluss deines Lebens ankämpfst statt dich von ihm tragen zu lassen. Dass du die Geschenke des Lebens nicht annimmst, dich zurückziehst und versteckst, anstatt deine Gaben zu teilen. Dass du an deiner Richtigkeit und deinem Wert zweifelst statt dich in deiner ganzen Größe zu sehen und zu zeigen. Dass du dich vergleichst und urteilst statt zu wissen, dass du so wie du bist, genau richtig bist. Dass du versuchst, einem Bild (deinem oder auch dem anderer Menschen oder der Gesellschaft) zu entsprechen, dich einschnürst, beschneidest und deinen Wuchs kontrollierst statt einfach wild, frei und mühelos zu gedeihen.

Eines der wichtigsten Naturgesetze ist für mich das Gesetz der Resonanz. Du kannst nur das sein und in dein Leben ziehen, womit du in Resonanz bist. In einem permanenten unterschwelligen Gefühl des Mangels und der Wertlosigkeit kannst du schwerlich auf Dauer Wohlstand, Erfolg und Fülle anziehen. Richte dich also innerlich aus auf deine wundervollen und einzigartigen Begabungen, gehe in die Natur und fülle dich auf mit ihrem Überfluss und ihrer Pracht, lerne dich selbst zu lieben, sieh das Leuchten in dir und in jedem Wesen, übe Wertschätzung für alles was dir im Leben begegnet und fühle in jedem Moment den Reichtum, der in dir ist und von dem du umgeben bist. So verbindest du dich immer stärker mit dem Feld der Fülle. Und versäume es nicht, dein Herz zu öffnen und deine Arme auszubreiten für den Einstrom der Segnungen und Geschenke des Lebens. Viele Menschen sind zwar gut im Geben, können aber nur schwer Geschenke, Komplimente, Lob, Hilfe, Heilung und Liebe annehmen. Wenn du daran zweifelst, es wert zu sein, dass du reich, erfolgreich, glücklich, gesund, geliebt und frei sein darfst, wie sollst du es dann sein? Vertraue dir selbst – deinen Talenten, deinen Träumen und Visionen, deinem Aussehen, dem Platz auf den du gestellt wurdest – und erobere dir deinen Wert zurück. Du bist wunderbar so wie du bist. Du musst es niemandem recht machen und niemandes Erwartungen erfüllen. Du darfst niemand anderes sein und nicht das Leben der anderen führen. Lebe aus deinem Herzen, sei du selbst und stehe dazu, wer und was DU bist! Breite deine Arme aus um die Geschenke anzunehmen, die das Leben dir täglich zufließen lässt. Du bist es wert! Und dann lasse es aus dir heraus fließen. Nur wenn du dich leer machst, kannst du auch wieder empfangen. Spüre die rhythmische Natur deines spirituellen Herzens – die Harmonie von Geben und Nehmen ist ein Naturgesetz der Liebe. Vertraue dem Fluss!

Die Fülle hat zwei wunderbare Geschwister, ohne die sie nicht existieren kann: die Dankbarkeit und das Teilen. Ohne die beiden wird Fülle zur Last und zieht Einsamkeit, Gier, Neid und Angst nach sich. So sei dankbar für alles was du bereits bist, kannst und hast, und sei bereit deinen Reichtum, deine Weisheit, deine Seelenmedizin, deine Begabungen und deine Liebe zu teilen und zu verströmen. Halte nichts fest! Wenn du deine Quelle verschließt und andere nicht mehr von deinem Wasser trinken lässt, versiegt die Quelle irgendwann. Dein Brunnen wird faulig, giftig und stinkend. Dein Reichtum ist nicht dein Reichtum und deine Gaben sind nicht deine Gaben. Du bist ein Instrument, durch das sich das Göttliche ausdrückt, auf dass die ganze Welt daran teilhaben darf!

Ich bin keine Anhängerin irgendeiner Religion, und dennoch finden sich in vielen religiösen Schriften ungeheuer wertvolle Perlen der Weisheit. So auch in der Bibel: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen was er hat.“ Klingt erst mal ein bisschen ungerecht. Die Reichen sollen immer reicher werden und den Armen wird sogar noch das bisschen genommen, was sie haben? Natürlich ist das nicht wörtlich zu verstehen, sondern kann nur mit der Intelligenz des Herzens richtig interpretiert werden. Für mich bedeutet dieser Satz, dass jeder Mensch mit besonderen Gaben, Talenten und Erfahrungen ausgestattet ist, die eine Verpflichtung darstellen. Wenn du nicht bereit bist, das was du bist und was du hast zu leben, weiter zu geben und zu teilen, dann wird es dir wieder genommen. Wirklich arm dran ist nicht der, der nichts hat, sondern der, der viel hat und es nicht sehen und wertschätzen kann. Wenn du dich also dauernd vergleichst, ewig Angst hast, dein wahres Wesen und deine Talente zu leben, wenn du an deinen Fähigkeiten zweifelst, ängstlich an deinem Besitz festhältst und deine Quelle verschließt statt deinen Reichtum wertzuschätzen und mit vollen Händen zu teilen, dann verkümmert dein Schatz und verliert jeglichen Glanz. Nach dem Resonanzprinzip können auf einem Haufen Bitterkeit, Schutt und Asche keine Goldstücke wachsen. Wenn du dich als arm und wertlos empfindest, dann wirst du tatsächlich immer ärmer. Wenn du aber ein Herz voller Dankbarkeit, Begeisterung und Wertschätzung pflegst und dem Leben all das zurück gibst, was es dir geschenkt hat, dann wirst du mit noch mehr Reichtum und Segnungen überhäuft. Dann bist du angeschlossen an den göttlichen Strom. Dann bist du wieder ein Teil der üppig blühenden weisen Natur geworden.

Reichtum darf nie missverstanden werden als die reine Anhäufung von Besitz. Wer im Herzen verankert ist, der weiß wie wertvoll Freundschaft, Liebe, Familie, Achtsamkeit, eine sinnhafte und erfüllende Tätigkeit, Gesundheit, Zeit, Stille, Naturerlebnis, Meditation, Singen, Tanzen und Feiern ist. All das sind Dinge, die man sich für kein Geld der Welt kaufen kann und die gleichwohl unbeschreiblich kostbar sind. Du darfst natürlich auch materielle Wünsche haben, du darfst dich am materiellen Wohlstand und deinem Besitz freuen (kannst du wertschätzen und genießen was du besitzt?), aber vernachlässige nicht deinen inneren Reichtum. Alle äußeren Ziele und Begierden sollten immer mit der Bereitschaft für inneres Wachstum und dem Wunsch nach Erwachen und Bewusstheit einhergehen. Sonst wird das Leben hohl und sinnlos. Wenn du feststellst, dass dein Besitz zur Last wird – wenn du Angst hast, du könntest alles verlieren oder dir könnte etwas gestohlen werden; wenn du argwöhnisch und neidisch deinen Wohlstand mit dem deiner Nachbarn und Freunde vergleichst; wenn du Anflüge von Überheblichkeit, Gier und Manipulation wahrnimmst; wenn du geizig wirst und nicht mehr teilen magst; wenn du nicht mehr von Herzen schenken und Einladungen aussprechen kannst; wenn du anfängst, den Wert eines Geschenkes von seinem materiellen Wert abhängig zu machen, und Geschenke gegeneinander „aufzurechnen“; wenn du unflexibel und süchtig nach Sicherheiten wirst; wenn du Angst vor der Zukunft bekommst; wenn du in einem inneren Hamsterrad von „größer-schneller-weiter“ gefangen bist – dann ist das ein untrügliches Zeichen, dass es genug ist. Dass du bereits zu viel angehäuft hast und es an der Zeit ist, loszulassen, zu geben, zu verschenken. Spür mal, welch eine Gnade in den Worten „Es ist genug“ steckt. Vergiss diese Formel nicht: „Es ist genug“! Wenn du dich traust, diese drei Worte auszusprechen, dann entstehen Raum und Zeit, in denen sich das wirklich Wichtige entfalten kann: die Gnade des Schenkens frei von Bedingungen und der Reichtum des Herzens – das einzige, das du mitnehmen kannst, wenn du diese Welt eines Tages wieder verlässt.

Entscheide dich heute dafür, voller Wertschätzung und Reinheit im Herzen deiner Berufung zu folgen und deinen Platz mit Freude auszufüllen. Hilfe und Unterstützung fließt all jenen zu, die aus ihren Handlungen und Worten nicht nur eigenen Profit schlagen wollen, sondern das Wohl aller im Auge behalten. Denn Reichtum, der auf Be-reich-erung auf Kosten anderer fußt, bringt letztlich nichts als Unglück. Richte dich also aus auf das Wahre und Ewige, auf innere Schönheit und Fülle. Gib dich dem Leben hin und vertraue, dass alles zu deinem höchsten Segen ist, so wie es ist. Und wisse tief in dir, dass dir immer das Richtige zur rechten Zeit zufließt.

lakshmi

„Om Sri Maha Lakshmiyei Swaha“ – Mantra zur Anbetung der Göttin Lakshmi

Ich wünsche dir von Herzen Fülle und Reichtum auf allen Ebenen und dass du das einzigartige Strahlen in dir und in jedem Menschen sehen und lieben kannst!

Lokah samastah sukhino bhavantu – Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich und frei sein!
Deine Christine Samira

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„Die Leute staunen und sagen, dass es ein Wunder sei, auf dem Wasser zu laufen. Nun, für mich ist es ein Wunder auf der Erde zu gehen.“ Thich Nhat Hanh

Eigentlich mag ich das Wort „spirituell“ gern. Ich würde mich selbst als spirituellen Menschen bezeichnen, und umgebe mich auch gern mit solcher Art Menschen. Aber zur Zeit wird mir diese Bezeichnung immer mehr zum Reizwort. Und mehr und mehr suspekt. Dieses Attribut ist mir in den letzten Tagen so oft in Zusammenhängen begegnet, über die ich ehrlich gesagt schon ein wenig erstaunt bin. Ich wundere mich, wer und was so alles als „spirituell“ gilt. Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, als ginge ein großer Teil der „spirituell Suchenden“ einer riesigen Täuschung in die Falle. Was da passiert, ist kein Erwachen und Bewusstwerdung, sondern einfach nur eine Umlenkung der Identifikationen und des Ego – weg von der materiellen Welt hin in eine geistig-esoterische Welt. Die Identifikation und das Ego werden nicht weniger – im Gegenteil!!! Da wird eine Illusion gegen eine andere, viel subtilere, getauscht… vom weltlichen Arschloch zum spirituellen Gutmenschen. Ei, ei, ei, wacht endlich auf, möchte ich da am liebsten schreien. Ihr verstrickt euch noch so viel tiefer ins Ego und in die Verblendung, als wenn ihr nie auf die spirituelle Suche gegangen wärt! So mancher „weltliche Blindgänger“ ist noch präsenter und bewusster, als diese esoterischen Überflieger. Letztere sind viel gefährlicher als ein „ganz normaler“ unbewusster Mensch, denn sie fühlen sich ethisch überlegen, in ihrer seelischen Entwicklung „weiter“, und sind sicher, die Wahrheit, die Moral und den göttlichen Segen für sich gepachtet zu haben. Und sie haben ihr Ego natürlich schon längst überwunden, denn sie sind ja immer in Licht und Liebe. Und wenn sie nicht so ein reines Herz hätten und so weit entwickelt wären, dann könnten sie ja auch nicht mit Engeln kommunizieren, in der Akasha-Chronik lesen, Verstorbene sehen, Mutter Maria channeln, Astralreisen unternehmen und die Aura ihrer Mitmenschen wahrnehmen. Und die ganz Großen unter ihnen lassen dann sogar noch Asche aus ihren Händen rieseln und laufen übers Wasser. Wow, toll!!!

So, jetzt aber genug des Zynismus. In Wirklichkeit macht es mich einfach nachdenklich und fassungslos, wie viel Verblendung und aufgeblähtes Ego unter den sogenannten Spirituellen herrscht. Hattet ihr nicht irgendwann mal eure Suche begonnen mit der Sehnsucht, eure eigene Essenz und Göttlichkeit zu erfahren, ganz im Hier und Jetzt aufzugehen, in die bedingungslose Liebe einzutauchen, von der Illusion der Trennung und der Dualität in die Einheit allen Seins zu erwachen? Wie konnte es sein, dass ihr von diesem Weg der Einfachheit und Ursprünglichkeit abgedriftet seid auf einen Pfad der spirituellen Überheblichkeit und Täuschung? Passt auf euch auf. Macht die Augen auf, lasst euch nicht verführen! WACHT AUF!

Ich denke, das große Problem ist, dass es in unserer Kultur keine gelebte spirituelle Tradition gibt. Die Menschen, die eine Sehnsucht nach Tiefe, nach Bewusstheit und nach Antworten auf die essentiellen Fragen des Lebens verspüren, wenden sich eben zum großen Teil der Esoterik zu. Hier hat sich mittlerweile eine regelrechte Parallelwelt entwickelt. Was in unserer stofflichen Welt das Bankkonto, das fette Auto, der tolle Job, der soziale Status, ein attraktives Aussehen, diverse Titel und Diplome und die Designerwohnung ist, ist in der „spirituellen“ Welt die Hellsichtigkeit, die Fähigkeit der Zukunftsdeutung, die Kommunikation mit Engeln, Geistführern, Verstorbenen und aufgestiegenen Meistern, alte Inkarnationen in Atlantis, die Gabe zu heilen, usw. Der eine identifiziert sich mit seiner teuren Segelyacht, der andere mit seiner Fähigkeit, in vergangenen Leben lesen zu können, der eine mit seinem durchgestylten Modelkörper, der andere mit seiner Herkunft vom Planeten Sirius. Wer hat nun das größere Ego? Wer ist tiefer auf dem Irrweg?

„Jemand sagte einmal zu Ramakrishna: ‚Mein Meister ist ein großer Meister. Er kann über Wasser gehen.’ Ramakrishna antwortete: ‚So ein Unsinn! Ich gebe dem Fährmann zwei Pennies und schon bringt er mich ans andere Ufer. Dein Meister ist ein Dummkopf. Geh zu ihm und mach ihm klar, dass er sein Leben nicht verschwenden soll. Es passiert so leicht.’ Der Verstand sehnt sich nach solchen Spielchen. (…) Manchmal denkt er an Geld oder daran, ein größeres Haus zu haben, mehr respektiert zu werden oder über mehr politische Macht zu verfügen. Wenn du dich schließlich der Spiritualität zuwendest, ist dein Verstand immer noch der gleiche. Jetzt sehnst du dich nach einem Mehr an geistigen Kräften – Telepathie, Hellsichtigkeit und all den anderen Unsinn. (…) Das Leben selbst ist ein Wunder, aber das Ego ist nicht bereit, diese Tatsache zu akzeptieren. Es möchte etwas Besonderes leisten, etwas, das niemand sonst kann, etwas Außergewöhnliches.“ Osho

Verstehst du? Es geht in diesem Leben genauso wenig um Hellsichtigkeit wie es um ein teures Luxus-Auto geht. Für viele gilt ein Mensch erst dann als wirklich spirituell, wenn er offensichtlich über „besondere“ Heilkräfte verfügt, alle möglichen Energien wahrnehmen kann, die Zukunft voraussehen kann, verirrte Seelen ins Licht führen kann, mit der geistigen Welt kommunizieren kann, und so weiter und so fort. Und in je höherem Maße er das praktiziert, umso weiter fortgeschritten, umso spiritueller und umso bewusster soll er sein. Und dementsprechend: Wer in dieser Szene etwas gelten und sich Anerkennung verschaffen will, wer sich den massenhaften Zulauf ratsuchender Menschen sichern will, wer hier zu den Großen zählen will, der muss schon ordentlich mit diesen „außergewöhnlichen Fähigkeiten“ klotzen. Seid ihr denn noch zu retten? Seht ihr nicht, wie verrückt das ist? Freu dich, wenn du diese Fähigkeiten hast, halt den Mund und geh weiter. Identifiziere dich nicht damit, mach dich nicht wichtig, nutze diese Gabe nicht aus, um Macht über andere zu haben. Und wenn du diese Fähigkeiten nicht hast, freu dich, dass diese Versuchung an dir vorüber geht, und widme dich nicht noch extra der Schulung dieser Dinge. Du brauchst sie nicht, es wäre bloße Zeitverschwendung! Schenk dieser Begabung bei anderen Menschen keine große Aufmerksamkeit, damit hilfst du ihnen am meisten. Sie hat keinen Wert an sich. Es ist nichts, was du für ein spirituelles, waches, bewusstes Leben brauchst. Und du brauchst auch diese Menschen nicht. Es gibt kein Problem, für dessen Lösung du nicht selbst alles in der Hand hättest, und es gibt keine Frage, auf die du nicht in deinem eigenen Herzen eine Antwort finden würdest. VERTRAU DIR. SEI MENSCH. Such nicht nach Wundern und wunderbegabten Wesen. Nimm endlich das Wunder wahr, das du selbst bist, und sieh das Wunder im Kleinsten der Schöpfung. Hab den Mut, ein Nichts zu sein und dich aufzulösen im Ozean der Liebe. Nur so findest du nach Hause. Lass dich nicht ablenken von Zauberkünstlern, Gurus und Marktschreiern. Die wahrhaft Großen und Erleuchteten sind die Leisen, die Einfachen, die Demütigen, die, die DU nie erkennen wirst, solange du mit den begierigen, nach Anerkennung, Führung und Bestätigung heischenden Augen des Ego statt mit den klaren, unschuldigen Augen des Herzens schaust. Wie heißt es so schön in einem Zen-Spruch: „Wenn du Buddha triffst, töte ihn.“

Wenn du wirklich nach Antworten suchst, wenn du wirklich ein spirituelles Leben leben willst, dann hab endlich den Mut, in die Tiefe zu gehen – über oberflächliche Konzepte und Äußerlichkeiten hinweg. Tauch endlich ein ins Mysterium des Lebens statt in eine Parallelwelt zu flüchten. Geh durch deine Ängste und Schatten hindurch und entzünde dein Licht. Halte dich nicht auf mit einem Pseudo-Lichtlein. Du betrügst dich doch nur selbst! Die Wunderbegabten, die „besonders weit Entwickelten“, die sich zu Hauf auf dieser Welt tummeln, sind alles Feiglinge. Sie machen sich so lächerlich wichtig und glauben, schon so gut wie am Ziel zu sein. Dabei kratzen sie doch nur an der Oberfläche. Sie haben nur die Welten getauscht, nichts weiter. Und die Bewunderer solcher Menschen laufen einem armseligen Trugbild von Spiritualität hinterher, das sie nur immer weiter von sich selbst und von Gott entfernt. Wacht auf!

Was ist ein spiritueller Mensch? Eines steht fest: es hat rein gar nichts mit derartigen außersinnlichen Fähigkeiten zu tun. Das ist wie mit dem Singen, einer Fremdsprache oder der Malerei. Der eine hat ein großes angeborenes Talent dafür, der andere weniger. Einer hat viel Zeit ins Üben investiert, ein anderer weniger, und der nächste hat überhaupt kein Interesse daran. Kämst du auf die Idee, dass ein Mensch, der perfekt Tangotanzen kann, ein besserer oder bewussterer ist, als einer, der zwei linke Beine beim Tanzen hat? Oder dass ein Mensch, der Meister im Klavierspiel ist, weiter entwickelt ist, als einer, der gerade mal ein paar schiefe Töne auf der Mundharmonika hinkriegt? Wohl kaum, oder? Komisch, dass in der „spirituellen Welt“ ein anderer Maßstab gilt, und gewisse Begabungen mit dem Entwicklungsstand und dem Bewusstheitsgrad eines Menschen gleichgestellt werden. Und seltsam, dass gerade in einem Lebensbereich, in dem es ausschließlich ums Sein geht, so viel Wert aufs Tun und Können gelegt wird – und darauf, etwas Besonderes darzustellen, und sich abzugrenzen, statt eins zu werden mit allem. Hm, irgendwas stimmt doch da nicht, oder? Ein Mensch kann schon nicht sehr spirituell sein, wenn er sich selbst (oder bestimmte Leute) als besser, weiter entwickelt, auserwählter, begabter ansieht als andere. Sucht eure Meister nicht bei den Effekthaschern und Wichtigtuern, bei den vermeintlich „Besonderen“, sondern in denen, die ihr am geringsten achtet. Sie haben euch wirklich etwas zu lehren…

Schenk dein Vertrauen und deine blinde Bewunderung nicht denen, die dir Botschaften aus fernen Welten und fernen Zeiten überbringen, sondern denen, die dich lehren, im Hier und Jetzt zu sein und der Stimme deines eigenen Herzens wieder zu lauschen. Schau in die Augen eines aufrichtig Liebenden und erkenne dich selbst. Hab den Mut, in dich selbst hineinzuhören, vertraue dir und geh den Weg, den dein inneres Licht dir weist. Gib die Autorität über dein Leben nicht in fremde Hände. Öffne dein Herz und erkenne die Wahrheit, erkenne die Liebe. Sie liegt direkt vor dir. Du brauchst sie nicht zu suchen in vergangenen Inkarnationen, in Channelings von Kryon oder der weißen Bruderschaft, in Tarotkarten, in Engelsessenzen oder Botschaften von Verstorbenen. Die Götter waren wirklich weise, als sie den Schlüssel zum Himmel im Herzen des Menschen versteckten. Sie wussten, er würde überall danach suchen, auf den Gipfeln der höchsten Berge, in den tiefsten Tiefen der Ozeane, in den fernsten Galaxien, aber vor dem Weg in sein Heiligtum im Innersten würde er ewig zurückschrecken.

Geh in die Natur, beobachte einen Sonnenaufgang, spüre das feuchte Gras unter deinen nackten Füßen, werde eins mit einer schönen Blume, lass dich berühren vom zarten Grün der neuen Triebe der Nadelbäume – das alles kann dir mehr über die Liebe und dein Leben erzählen, als ein Mensch dies je könnte. DAS ist das Leben. Es ist hier und jetzt – in den einfachen Dingen. Die Wahrheit ist immer einfach, und sie zeigt sich jedem, der sich ihr öffnet, in jedem Augenblick!

Für mich muss ein spiritueller Mensch ein Radikaler sein, ein Ver-rückter, ein Revoluzzer. Einer, der bedingungslos JA zu diesem Leben und zu dieser Welt sagen kann. Der bereit ist, das Göttliche in allem und jedem zu finden. Einer, der dem Ruf seines Herzens folgt, der die vollkommene Verantwortung für sich übernimmt und der sich jeden Tag wieder für die Freiheit und die Unsicherheit entscheidet. Der jeden Moment wachsam und präsent ist, der aufgehört hat, Bekanntes nachzuplappern. Einer, der den Mut hat, aus der Masse heraus zu treten, der keinen Wert darauf legt, was andere über ihn denken oder sagen. Der den Mut hat, seine eigenen Antworten und seine eigene Wahrheit zu finden. Der bereit ist, alles loszulassen – alle gesellschaftlichen Konventionen, Normen, Prägungen, Dogmen, Masken, Rollen – um sein wahres, ursprüngliches Menschsein und seine heilige Essenz zu entfalten. Einer, der bereit ist zu sterben, um neu geboren zu werden. Einer, der den Mut hat, ein Nichts zu sein.

Bist du spirituell?

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Zur Zeit bereite ich ein Paarseminar mit dem Titel „Lass uns einfach unbeschreiblich glücklich sein“ vor. Entsprechend beschäftige ich mich gerade viel mit den Themen Partnerschaft, Liebe und Sex. Was ist die Basis einer Liebesbeziehung in den Zeiten des Bewusstseinswandels? Sind Zweierbeziehungen überhaupt noch zeitgemäß oder geht es vielleicht ausschließlich um die Entwicklung einer universellen, bedingungslosen Liebe zu allen Wesen? Was gehört zu einer erfüllenden Sexualität? Gibt es so etwas wie die ewige, große Liebe?

Vielleicht erst mal zur letzten Frage, die für mich persönlich am einfachsten zu beantworten ist. Viele Menschen warten ihr ganzes Leben lang auf die große Liebe, in der Annahme, das sei etwas, was von außen kommt. DER Mr. Right oder DIE perfekte Traumfrau. Dabei ist es ausschließlich eine Frage deines Herzens, wie „groß“ du lieben kannst. Ich bin überzeugt davon, dass jede Begegnung zwischen zwei Menschen, die sich verlieben, etwas heiliges ist. Sich lieben heißt, sich wieder erkennen. Etwas in mir erinnert sich an etwas in dir (vgl. John O’Donohue, „Anam Cara – Das Buch der keltischen Weisheit“). Wo zwei Herzen für einander entbrennen, entsteht ein neues Herz, ein heiliges Band zwischen zwei Menschen, die fortan geführt sind von einer höheren Macht. So gesehen ist für mich jede Liebe eine große Liebe, wenn ich es zulasse, mein Herz ganz zu öffnen und mich vollkommen zu verströmen. Ein bisschen lieben geht genauso wenig, wie ein bisschen schwanger zu sein. Wer seine Liebe zurück hält und „dosiert“, liebt nicht. Er betrügt sich selbst und den Partner. Die große Liebe ist also nur eine Frage deines eigenen großen Herzens und hat nichts mit dem „perfekten“ Partner zu tun. Und genauso ist in jeder Liebe der Keim der Ewigkeit enthalten. Macht es überhaupt einen Sinn, mit einem Menschen zusammen zu sein, mit dem ich nicht auf ewig in partnerschaftlicher Liebe verbunden sein will? Ich spreche hier nicht von äußeren Versprechungen und Gelübden, die vielmehr fesseln, statt frei zu machen. Ich meine auch hier das Gefühl von Ewigkeit im Inneren. Für die Liebe existiert keine Zeit. Es geht darum, wirklich mit dem Geliebten verbunden zu sein, nicht im Rad der Vergangenheit und Zukunft, sondern in der Ewigkeit des Moments. Es ist sozusagen die Verpflichtung, den Partner jedesmal wieder mit neuen Augen zu sehen, mit den Augen der Liebe, und wirklich präsent zu sein. Wir meinen, alles zu kennen, weil wir es mit unseren alten Augen betrachten. Dann wird das Wundervollste zur Selbstverständlichkeit, es langweilt uns, wir suchen nach neuen Reizen. Dabei gibt es nichts Altes, nichts Vertrautes, alles entsteht in jedem Moment neu. Du bist jetzt nicht mehr der, der du gestern warst. Aber ich betrachte dich mit den Augen von gestern, weil ich nicht wach bin, nicht im Jetzt bin, gar nicht anwesend, nicht wirklich bei dir bin. Die Augen von gestern sind nicht die Augen der Liebe, sie töten die Lebendigkeit. Ewigkeit bedeutet im Jetzt sein, immer wieder neu sein – und wenn du deinen Partner jetzt vollkommen liebst, wie sollte diese Verbundenheit jemals enden können? In einer Liebesbeziehung ans Ende zu denken und mit dem Ende zu planen, ist pervers. Das heißt, dass du nicht liebst, weil du nicht im Jetzt bist, weil du dich nicht fallen lässt in dein Herz. So kannst du die ewige, echte Liebe nie finden.

Und was ist mit Sexualität, kann die überhaupt in einer partnerschaftlichen Beziehung auf Dauer erfüllend und befriedigend sein? Auch hier kommt es meiner Meinung nach allein darauf an, mit welcher inneren Einstellung du deinem Partner begegnest. Es ist schon seltsam… in allen Bereichen des Lebens entwickeln wir uns irgendwie weiter, aber was den Sex betrifft, bleiben die meisten Menschen auf dem Stand eines Jugendlichen stehen. Wenn du heute mit 35, 40, 50 Jahren noch den gleichen Sex hast wie mit 20, dann stimmt etwas nicht. Das wonach wir eigentlich im Sex suchen, ist die Erfahrung, mit einem geliebten Menschen zu verschmelzen. Die Erfahrung von Einheit, von der Aufhebung der Polaritäten. Wenn wir verschmelzen, dann gibt es kein männlich und weiblich mehr, kein positiv und negativ, kein Ich und Du. Wir werden eins, und für einen kurzen Augenblick verpufft unser Ego, wir lösen uns einfach auf. Sexualität ist eigentlich eine mystische Erfahrung. Komisch, dass das selbst vielen spirituellen Menschen nicht bewusst ist, wo doch Sex und Liebe einer der einfachsten Wege zur Erleuchtung wären. Aber aus Angst vor der vollkommenen Hingabe und dem Verlust des Ego, haben wir sie zu einer rein körperlichen Erfahrung verkommen lassen – verklemmt, tabuisiert, unbewusst, angstbehaftet und leistungsorientiert. Auch hier, wie in den meisten Bereichen des Lebens, geht es nicht ums Sein, ums Sich-verströmen, sondern darum, etwas zu leisten, zu kontrollieren, zu gefallen und Erwartungen zu erfüllen. Dementsprechend sind die meisten Männer und Frauen im Genitalbereich total verpanzert und gefühllos. Eine tiefe, entspannte, sinnliche Empfindung ist hier für die meisten Menschen fast nicht mehr möglich. Es bedarf großer Achtsamkeit, Geduld und liebevoller Zuwendung um diese Verpanzerungen gemeinsam zu heilen.

Wir suchen also unbewusst im Sex eine tiefe, spirituelle Erfahrung von Einheit und Verschmelzung, bleiben aber in der Realität total an der Oberfläche einer rein körperlichen Spannungsentladung stecken. Was passiert? In letzter Konsequenz bleibt der Sex immer unbefriedigend und wir suchen beim nächsten Partner weiter, wissen aber gar nicht, wonach. In der Regel sind wir im Sex überhaupt nicht präsent und bewusst. Alles läuft mechanisch, nach „Schema F“, so wie schon all die Jahre zuvor. Wir spüren uns nicht mehr und wir spüren unseren Partner nicht mehr. Wir sind angespannt und brauchen immer stärkere körperliche und visuelle Reize, um überhaupt noch etwas zu fühlen. Wir driften in Fantasien ab, um unsere Leistung besser abrufen zu können, und entfernen uns dadurch immer noch mehr von uns selbst, vom Partner und von einer sinnlichen, ganzkörperlichen, ekstatischen Erfahrung. Denn diese ist nur in der Hingabe, im Loslassen, in der Entspannung möglich.

Und wie schon im vorherigen Abschnitt erläutert, sind auch in der sexuellen Begegnung unsere Augen blind geworden, wir sehen nicht mehr mit den Augen der Liebe, sondern mit den alten Augen. Wir sehen nicht mehr den einzigartigen Menschen vor uns, sondern einen Mann oder eine Frau, wie wir schon viele zuvor hatten, und den wir im Speziellen schon meinen in- und auswendig zu kennen. Im Tantra beginnt die sexuelle Begegnung mit dem „Namasté“-Gruß: „Das Göttliche in mir grüßt und verehrt das Göttliche in dir“. Verbunden ist dieser Gruß mit einer Verneigung vor dem anderen und einem tiefen, liebevollen Blick in die Augen – ein Blick, der nicht an der Oberfläche verhaftet bleibt, sondern die Seele des anderen berührt. Ein schönes Ritual, das den Sinn hat, ganz im Jetzt anzukommen, das Liebesspiel bewusst zu gestalten, sich Zeit füreinander zu nehmen und den anderen wirklich in seiner Einzigartigkeit und Göttlichkeit wahr zu nehmen. Nur wenn wir Seele und Körper auch im Sex als eine Einheit erleben, ist Ekstase und echte Liebe möglich. In der sexuellen Begegnung betreten wir die heilige Welt eines anderen Menschen, sind ihm näher als wir jemals einem Wesen außer uns sein können – und das völlig unbewusst! Was für ein Jammer, wir sind dem Göttlichen so nah und doch so fern! Wenn Sex für euch also weiterhin eine rein körperliche Angelegenheit bleibt, dann wird es vermutlich nicht lange dauern, bis ihr einander überdrüssig seid. Wenn ihr aber den Mut habt, das Altbekannte loszulassen und euch in einer neuen, bewussten Art und Weise zu begegnen, dann muss der Sex in einer Liebesbeziehung immer schöner und erfüllender werden, denn ihr geht einen abenteuerlichen Weg miteinander, der euch euch selbst und dem Partner immer näher bringt. Ihr beginnt, tatsächlich in das Mysterium der Liebe einzutauchen. Fangt an, euch im Sex wirklich zu begegnen, nehmt euch Zeit, verabredet euch – frei von Druck und absichtslos – zu zärtlichen Stunden, erkennt euch in eurer Liebe, seht euch als die, die ihr seid, lasst euer Herz, eure Seele und euren Körper sich vereinen, seid fantasievoll, kreativ und lustvoll, seid neugierig, wach und verspielt, lacht und tanzt und berührt euch in der Tiefe eures Seins! Lasst euch fallen – ihr fallt weich, denn ihr fallt in die Arme der Liebe!

Aber sind Zweierbeziehungen überhaupt noch zeitgemäß oder geht es vielleicht viel eher um die Entwicklung einer universellen, bedingungslosen Liebe zu allen Wesen? Natürlich gibt es einen großen Unterschied zwischen der partnerschaftlichen Liebe und der bedingungslosen Liebe. Die partnerschaftliche Liebe ist „nur“ ein Gefühl, die bedingungslose Liebe dagegen ist unser natürlicher Seinszustand, die Quelle, aus der wir kommen. Aber das Gefühl der Liebe für deinen Herzens- und Seelenpartner ist der Wegweiser zum unendlichen Ozean der Liebe in dir. Wie sonst willst du zum Ozean gelangen, wenn du nicht einmal den Mut hast, dich in den Fluss zu stürzen? Wie willst du in den heiligen Raum deines Herzens vordringen, wenn du nicht einmal die Tür zum Vorhof öffnest? Wenn wir wirklich lieben, sind wir ganz im Jetzt, und wir sind gleichzeitig in uns und im anderen. Solch eine Erfahrung ermöglicht uns nur die Liebe. Sie gibt uns eine Ahnung davon, wer wir in unserer tiefsten Essenz sind. Wenn du die bedingungslose Liebe, die du bist, kennen lernen willst, dann darfst du keine Angst vor Gefühlen haben. Nur über das Fühlen gelangst du in den Raum jenseits des Fühlens. Wenn du einen Menschen gefunden hast, der dich liebt, und den du lieben darfst, dann feiere ein Fest – jeden Tag! Es ist ein Geschenk des Himmels, der dich willkommen heißen will. Nimm es dankbar an, du bist gesegnet!

Was gehört überhaupt zu einer guten Liebesbeziehung? Der tiefste Wunsch der menschlichen Seele ist es, gesehen zu werden. Wir sehnen uns nach einem Partner, der uns mit seiner Liebe die Sicherheit gibt, uns völlig öffnen und in unserem So-Sein zeigen zu können – ohne jegliche Masken, Rollen und Verstellungen. Einfach SEIN zu dürfen! Und gleichzeitig wünschen wir uns, uns im geliebten Menschen selbst erkennen zu können. In unserer Gesamtheit können wir uns selbst nicht sehen, wir haben einen „blinden Fleck“ auf unserer Seele, der sich unserem eigenen Licht entzieht. Wer wäre besser dazu geeignet, uns einen Spiegel vorzuhalten, als der Mensch, der uns am meisten liebt? Der Partner, der dich wirklich liebt, hält dir den Spiegel auf andere Art und Weise vor als jeder andere Mensch. Durch seine Liebe und Akzeptanz gibt er dir die Möglichkeit, deine Verletzungen und Schatten zu heilen, statt in Widerstand und Abwehr zu gehen. Allerdings geht es nicht, ohne dass du deinem Geliebten vertraust und dein Herz für das Licht seiner Liebe öffnest. Und auf der anderen Seite kommt es auch hier wieder darauf an, mit welchen Augen du deinen Partner betrachtest. Mit den leuchtenden Augen der Liebe oder durch den trüben Schleier der Vergangenheit und des Urteilens. Sei dir bewusst: Du kannst etwas nur mit den Augen der Liebe sehen, oder du siehst es überhaupt nicht!

Ein weiterer, wichtiger Aspekt einer heiligen Partnerschaft ist es, sich mit einem anderen Menschen auf einer tiefen Ebene zu verbinden und trotzdem seine Eigenständigkeit und Einzigartigkeit zu bewahren. Nur ein Mensch, der mit sich selbst im Reinen ist und es gut mit sich selbst aushält, hat auch wirklich etwas zu geben. So kommen zwei zusammen, weil es gemeinsam noch schöner ist, und sie ihre Fülle teilen wollen, und nicht, weil sie sich brauchen und ihnen ohne den anderen etwas fehlt. Im Idealfall wird aus zwei glücklichen, authentischen, lebensfrohen, offenen Menschen ein glückliches, authentisches, lebensfrohes Paar. Wenn du dir also eine erfüllte Partnerschaft wünschst, dann frage dich immer wieder, was du selbst dir noch geben darfst, um glücklich, lebendig und zufrieden zu sein. Und wenn dein Herz voll ist, dann reiß es auf und teile! Einen Menschen zu lieben bedeutet, mutig sein eigenes Potenzial zu entfalten und ebenso dem Partner die Freiheit und Unterstützung zu geben, der Beste zu sein, der er sein kann. Ihr geht beide euren eigenen Weg der Ganzwerdung und reicht euch liebevoll die Hände ohne einander die Verantwortung abzunehmen. Ihr pflegt gemeinsame Visionen und Träume für euch als Paar, genauso wie jeder einzelne seine eigenen inneren und äußeren Ziele verfolgen darf. Eine heilige Partnerschaft heißt nicht „Wir gegen den Rest der Welt“, sondern „Wir beide, in der großen Kraft unserer gemeinsamen Liebe vereint, für die Liebe in der ganzen Welt und zum Segen für alle lebenden Wesen.“

Eines der wertvollsten Geschenke, das wir unserer Liebe machen können, ist Aufmerksamkeit. Eine Pflanze, der du kein Wasser und keinen Dünger mehr gibst, verkümmert. Und so verkümmert auch das Herz eines Menschen, der nicht mehr gesehen wird. Wenn du etwas am Leben halten willst, musst du etwas dafür tun! Ein Feuer, um das du dich nicht kümmerst, dem du nicht permanent Luft zufächelst und Holz nachlegst, erlischt irgendwann. Für manche Menschen stellt es offenbar eine Bürde und unzumutbare Belastung dar, ihrem Partner Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken. Kann das dann wirklich Liebe sein? Wer liebt, für den ist es die größte Freude, sich selbst zu verschenken, den Geliebten zu überraschen, aufmerksam und wach zu sein, gemeinsame, intensive Zeiten des Glücks und der Ausgelassenheit zu verbringen, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit und Nähe zu teilen, Worte der Liebe zu finden, um das Unsagbare irgendwie auszudrücken, kurz: Herzensenergie fließen zu lassen. Es ist ein heiliges Gebot der Achtsamkeit, der Ehrfurcht und Bewusstheit gegenüber der Liebe, die einen umgibt. Wenn zwei liebende, offene Herzen zusammen kommen, für die es jeweils die größte Freude ist, aus der eigenen Fülle heraus alles zu geben, dann entfaltet sich ein gemeinsames Leben in Reichtum und Segen. Wenn aber einer nur gibt, und der andere nur nimmt, und noch nicht einmal die Geschenke der Liebe wertschätzen und sich daran freuen kann, dann muss die Beziehung zerbrechen. Frage dich nicht, wozu der andere dir nützlich sein kann und was er dir geben kann, sondern frage dich: was kann ich meinem Geliebten geben? Entdecke die Fülle in deinem Herzen und lass sie fließen. Sei nicht geizig! Du verlierst dadurch nichts, sondern gewinnst alles. Je mehr du gibst, umso reicher wirst du und gleichzeitig freier! Die Liebe macht dich frei. Wir begegnen uns nicht als Bedürftige und Abhängige, sondern in echter Nähe, Zugewandtheit und Bewusstheit. Es geht nicht darum, einen Partner zu haben, sondern sich selbst als liebender Partner zu verschenken.

Letztlich ist die Liebe nur möglich, wenn wir wirklich leben. Beachte die Verwandtschaft der Worte „Lieben“ und „Leben“. Im Spanischen schreibt man am Anfang eines Rufsatzes das Ausrufezeichen auf dem Kopf stehend. „Lieben“ ist demnach „Leben“ mit Ausrufezeichen „¡“!, oder die „Liebe“ ist das „i-Tüpfelchen“ im „Leben“. Der Klang „i“ aktiviert das Stirnchakra oder Dritte Auge. Also könnte man auch sagen, „Lieben“ bedeutet „Leben“ mit voller Bewusstheit, Klarheit und offenen Sinnen, die Welt mit dem „einen Auge“ zu sehen, also als Einheit, nicht in der Dualität, zu verschmelzen vom Ich und Du zum Wir. Die Fähigkeit zu lieben hängt ganz entscheidend von unserer Hingabe ans Leben ab. Wenn du dich nicht betören lässt vom bunten Reichtum der Schöpfung, wie soll ein Mensch in seiner Schönheit dein Herz berühren? Wenn du dich nicht mehr begeistern lässt von den unendlichen Möglichkeiten, die das Leben dir bietet, wie kannst du die Seele eines Menschen in seiner unendlichen Tiefe ehrfürchtig erfahren? Wenn du dich nicht verführen lässt vom Prickeln der Schneeflocken auf deiner Wange, wie kannst du sanfte Zärtlichkeit genießen? Wenn du nicht weinen kannst angesichts des Leids in der Welt, wie können Worte der Liebe dein Herz erreichen? Wenn du nicht lachen kannst ohne Grund, wie solltest du ohne Grund lieben können? Und wenn du nicht niederknien kannst vor dem Geringsten, wie kannst du je die Liebe in ihrer Größe erkennen, wenn sie an der Tür deines Herzens anklopft? Ohne das Leben zu lieben kannst du die Liebe nicht leben, und ohne die Liebe zu leben, kannst du das Leben nicht lieben. Liebe ist pure Freude, Leichtigkeit, Lachen, Lust, Lebendigkeit. Lass es nicht zu, dich mit weniger zufrieden zu geben! Du hast es verdient, zu leben, zu lieben und geliebt zu werden!

Liebe das Leben und lebe die Liebe!

 

P.S. Puh, das ist aber heute ein ganz schön langer Blogtext geworden… 😉 Hat irgend jemand ihn bis zu Ende gelesen? Und ich hätte noch so viel mehr dazu sagen können ;-)… So ist das mit der Liebe – man kann tausendseitige Abhandlungen über sie schreiben, und gleichzeit ist eigentlich jedes Wort zu viel. Denn du kannst sie nur fühlen und erfahren, die Liebe. Wenn wir wirklich verstehen würden, hätten auch zwei Worte gereicht: „Liebe ist!“

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